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03. Mai 2011 16:58 Uhr

Tauben- oder Taschentuchbäume auch in Privatgärten

Bäume voller Taschentücher

Wie Taschentücher sehen die weißen Blütenblätter aus, mit denen sich zurzeit die Taubenbäume zieren – und dies auch in einigen privaten Gärten der Region. Auf den BZ-Artikels zu den Tauben- oder Taschentuchbäumen in Müllheim und Badenweiler haben sich Leser gemeldet.

  1. So markant wie selten: der Taubenbaum. Dieses fast zehn Meter hohe Exemplar steht beim Bugginger Friedhof. Foto: Heike Lemm

MARKGRÄFLERLAND. Wie Taschentücher sehen die großen, weißen Blütenblätter aus, mit denen sich zurzeit die Taubenbäume zieren – und dies auch in einigen privaten Gärten des Markgräflerlands. Aufgrund unseres Artikels zu den Tauben- oder Taschentuchbäumen in Müllheim und Badenweiler haben sich einige Leser gemeldet. Manch einer von ihnen kennt die aus China stammenden Bäume von Besuchen des Bad Bellinger Kurparks, "immer wieder fasziniert" von deren Blütenpracht. Andere haben sich ein Exemplar aufs eigene Grundstück gesetzt.

"Wie schockiert" stand Ursula Kreutz aus Laufen vor ein paar Jahren im Landhaus Ettenbühl vor einem Taubenbaum in voller Blüte, wie sie erzählt. Weil sie den Baum nicht kannte, fragte sie sich, wer ihn mit so vielen Taschentüchern versehen habe. Der Schock wandelte sich in Begeisterung, und schnell stand fest: Ein solcher Taschentuchbaum sollte auch in ihrem Garten stehen. Dank ihres Sohns, der als Landschaftsgärtner ein Exemplar besorgen konnte, ziert den Laufener Garten von Ursula Kreutz seit drei Jahren ein Taschentuchbaum. Und weil der Sohn wusste, dass die Bäume eine Weile brauchen, bis sie blühen, hat er gleich ein älteres Exemplar besorgt. In diesem Jahr trägt dieser rund 50 Blüten, wie Ursula Kreutz schätzt. Im ersten Jahr, vor allem im Winter, hatte sie große Angst, die exotische Pflanze nicht durchzukriegen. Aber ihre Sorge war unbegründet. Und Arbeit macht ihr der Baum auch keine.

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Weil ihr die alte Birke zu viel Dreck gemacht hatte, wollte Vrenele Kretschmer-Bolanz aus Auggen einen neuen Baum für ihren Garten. "Etwas Ungewöhnliches" schwebte ihr vor. Über ihre Tochter hatte sie Kontakt zu einer Gärtnerin, die ihr einen Taschentuchbaum besorgt hat. Am Ostermontag 1999 sei er mit dem Lastwagen angeliefert worden, erzählt Vrenele Kretschmer-Bolanz. Damals sei der Baum etwa zwei Meter hoch gewesen, mittlerweile käme er auf fünf Meter. Zur Blütenpracht ihres Exoten sagt die Besitzerin einfach nur "Wahnsinn". Schon im ersten Jahr waren offenbar auch die Vögel begeistert von den Blüten: Sie zupften die weißen Blätter ab, wohl um damit ihre Nester zu polstern. Der Exot hat der Auggenerin aber auch schon Ärger eingebracht. Dorfbewohner fanden, so etwas könne man doch nicht pflanzen, "weil es kein deutscher Baum ist". Doch Vrenele Kretschmer-Bolanz und ihr Mann, der als Gartenbauarchitekt gearbeitet hat, gehen sogar noch weiter: Sie versuchen, aus den Samennüssen Bäume nachzuziehen. Erst haben sie die harten Kugeln eingeweicht, dann angefeilt und in die Erde gesetzt. Jetzt warten sie gespannt, ob sich was tut.

Von Berufs wegen bekannt waren die Taschentuchbäume auch Ulrich Gradel aus Vögisheim. Als Garten- und Landschaftsarchitekt habe er eine Vorliebe für besondere Bäume, sagt Gradel. Seinen Taschentuchbaum hat er vor 25 Jahren bei sich gepflanzt – damals, als er in Vögisheim gebaut hat. Inzwischen ist Gradel nicht mehr berufstätig – und sein Taubenbaum rund sechs bis sieben Meter hoch, wie der Eigentümer schätzt. Dieses Jahr sei der Baum "so schön in Blüte wie noch nie". Viel Arbeit hat auch er nicht mit dem Baum. Nur Elstern habe er abwehren müssen. Die hätten im vergangenen Jahr in den Ästen ein Nest bauen wollen.

Auch die Schardts aus Müllheim wollten für ihren Garten etwas Besonderes haben. Als die Familie ihr Haus baute und es an die Gartengestaltung ging, habe sich seine Frau eingelesen, sagt Thomas Schardt. Dabei sei sie auf den Taubenbaum gestoßen. 1999 wurde ein Exemplar, das über eine Gartenbaufirma bezogen wurde, gepflanzt. Vor zwei Jahren habe sich dann das erste Taschentuch gezeigt. Der Baum, inzwischen fast acht Meter hoch, begeistere seither "jedes Jahr durch vollere Blütenpracht", so Schardt.

Wer in Buggingen einen blühenden Taubenbaum sehen will, kann dies derzeit vom Friedhof aus tun. Denn in direkter Nachbarschaft steht seit etwa elf Jahren ein inzwischen fast zehn Meter hohes Exemplar bei Familie Hogenback im Garten. "Unser Gärnter Karl Borgstedt in Heitersheim hat ihn uns damals aus seinem Garten gebracht", sagt Gisela Hogenback über ihren "Davidsbaum" (nach dem wissenschaftlichen Namen Davidia involucrata). Damals war’s ein Ableger, heute ist er eine Sehenswürdigkeit, die "viel Aufmerksamkeit" bei Friedhofsbesuchern genießt, wie Gisela Hogenback beobachtet hat. Sie will nun das Experiment wagen, Taubenbäume nachzuziehen.

Bei sich daheim an der deutsch-niederländischen Grenze hat Familie Schmidt noch nie Taubenbäume gesehen. Aber bei ihren regelmäßigen Aufenthalten in Bad Bellingen erfreuen sie sich immer wieder an den Exemplaren im Kurpark. Beim ersten Mal hätten sie während der Bewegungstherapie ihrer Tochter vom Beckenrand aus beobachtet, wie ab und zu ein "Taschentuch" vom Baum gefallen sei, schreiben Monika und Otto Schmidt aus Brüggen.

Autor: Andrea Drescher