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22. Mai 2013

"Das Gespräch war rein politischer Art"

BZ-INTERVIEW zur Kritik der BBM mit Fritz Deutschmann.

  1. Fritz Deutschmann Foto: sigrid umiger

MÜLLHEIM. Die Bürgerinitiativen steuern viel Knowhow zur Bahnplanung im Markgräflerland bei. Entsprechend hohe Erwartungen an die Politik haben sie. Gabriele Babeck-Reinsch sprach über die von dieser Seite geäußerte Kritik mit dem Auggener Bürgermeister Fritz Deutschmann, der mit seiner Müllheimer Amtskollegin Siemes-Knoblich in Berlin war.

BZ: Herr Deutschmann, das Bürger Bündnis Bahn ist enttäuscht von den Berliner Gesprächsergebnissen. Haben Sie die Pläne für die Bürgervariante, die Tieflage mit Teildeckelung, nicht vorgelegt?

Deutschmann: Das Gespräch mit Staatssekretär Odenwald war rein politischer Art. Es ist in einer sehr guten Atmosphäre verlaufen. Für uns war sehr wichtig zu hören, dass der Schienenbonus auch in unserem Abschnitt fällt und so wenig als möglich passiver Lärmschutz Anwendung findet. Pläne haben wir nicht vorgelegt.

BZ: Dass der Schienenbonus fällt, war ja schon vor Ihrer Berlinfahrt so gut wie klar. Wäre es nicht nötig gewesen, die technisch machbare Alternativplanung vorzustellen? Diese will man doch im Markgräflerland.

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Deutschmann: Wir haben durchaus die Bürgervariante angesprochen und betont, dass die Tieflage zwischen Buggingen und Schliengen machbar ist. Wir haben auch klar formuliert, dass die Antragstrasse dem Lärmschutz nicht gerecht wird. In Auggen haben wir schon 2007/2008 die Tieflage untersuchen und schalltechnisch betrachten lassen. Aber wir wollten die Bahn mit unseren Plänen nicht in die Enge treiben. Es ist nun Aufgabe der Bahn, nach der Willenserklärung der Politik den Bürgerinnen und Bürgern Alternativplanungen vorzulegen.

BZ: Wenn Ende des Jahres schon die Planfeststellung für den Abschnitt 9.0 erfolgen soll, ist dann die Planung der Tieflage nicht schon vom Tisch?

Deutschmann: Für uns ist wichtig, dass die Bahn uns nun schriftlich darlegen wird, wie sie die fünf Dezibel des nicht mehr geltenden Schienenbonus wegkriegen will, und dies möglichst ohne passiven Lärmschutz. Das grenzt ihre Planungsmöglichkeiten sehr ein. Wir gehen davon aus, dass unter diesen Bedingungen nur die Tieflage möglich ist. Dann werden weitere vertiefte Fachgespräche zu führen sein, an denen sich die IG Bohr und die MUT wiederum mit ihrem Fachwissen einbringen werden, und keiner der Verhandlungspartner wird das Gesicht verlieren.

Fritz Deutschmann ist seit 2005 Bürgermeister in Auggen. Zuvor war er Betriebsleiter eines Weinguts. Zur Wahl steht er erneut am 7. Juli 2013.

Autor: gb