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09. Dezember 2009
Der Herr der 1245 Tassen
Bei Jürgen Riedl aus Müllheim hat eine besondere Sammelleidenschaft
MÜLLHEIM. Er hat alle Sinne beisammen, aber nicht alle Tassen im Schrank. Die hängen an der Wand. 1245 Kaffeetassen hat Jürgen Riedl aus Müllheim bereits gesammelt, darunter 200 mit Weihnachtsmotiven. "Das ist meine Leidenschaft", sagt er.
Der 47-Jährige ist gelernter Koch und war früher im Gasthaus Ochsen in Heitersheim beschäftigt. Heute arbeitet er auf Montage. Er glaubt, dass Köche allgemein ein Händchen für Sammlerstücke haben. Früher hat er Miniatur-Lastwagen gehortet – 400 Stück. Doch vor knapp drei Jahren hat ihn das "Tassen-Fieber" gepackt. Die ersten Exemplare hat Jürgen Riedl im Sportclub Freiburg, den er als Fan seit 28 Jahren begleitet, erworben. Meistens kauft er sein Porzellan auf Flohmärkten, bekommt aber auch viel geschenkt. Seine Freunde, die ihn Bobo nennen, wissen, was ihm Freude macht.Die kleinste Tasse in Jürgen Riedls Sammlung ist drei Zentimeter hoch, die größte fasst einen Liter Kaffee. Aber wohin mit 1245 Tassen in einer Dreizimmerwohnung? Ganz einfach: In seiner zehn Quadratmeter großen Küche. Dort hat Jürgen Riedl 16 Quadratmeter Wandfläche zur Verfügung. Und dort stehen des Sammlers Lieblingsstücke, Tasse an Tasse und Reihe über Reihe. Dafür hat er mit extra starken Holzbrettern wandhohe Regale bis unter die Decke gebaut. Kunterbunt und fröhlich sieht das aus.
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Für den Sammler ist nicht der Wert der Exemplare wichtig, sondern der Druck, der Text, oder auch eine witzige Figur. Riedl hat nur Einzelstücke und weiß von jeder Tasse, woher sie stammt. Da er oft auf Montage ist und auswärts isst, wird in seiner Küche nur Kaffee gekocht: "Das ist auch gut so, damit mein Porzellan nie im Fettdunst steht."
Weil die Wände zugepflastert sind, bleibt nur noch die Decke. Da kommen jetzt Schienen hin, um Henkeltassen aufzuhängen. Das schafft Platz für weitere 700 Exemplare. Wenn’s mehr werden sollte, müsse er wohl im Schlafzimmer Regale bauen, denn, so der Sammler: "Aufhören kommt für mich nicht in Frage." Andere mögen bunte Tapeten, er freue sich über seine Sammlung, meint Jürgen Riedl und schwärmt: "Wenn ich heimkomme und meine Tassen sehe, wird mir richtig heimelig zumute."
Autor: Sigrid Umiger
