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11. März 2009 18:16 Uhr
Winnenden ist heute an allen Schulen Thema
Entsetzen und Ratlosigkeit
Der Amoklauf von Winnenden schockiert Lehrer und Schüler in der Region. Die meisten haben davon erst am Mittwochmittag, nach dem Unterricht, erfahren. Jedenfalls aber wird diese schreckliche Tat am Donnerstag Thema in den Klassen sein.
MÜLLHEIM (gb). Der Amoklauf von Winnenden schockiert Lehrer und Schüler in der Region. Die meisten haben davon gestern erst am Mittwochmittag, nach dem Unterricht, erfahren. Jedenfalls aber wird diese schreckliche Tat am Donnerstag Thema in den Klassen sein.
Renate Hoch-Hartmann, Direktorin der Kaufmännischen Schulen und des Wirtschaftsgymnasiums, war am Mittwochnachmittag in der Schule zu erreichen. "Wir sind entsetzt", sagt sie, "und auch ratlos". Denn die Schulen im Land trainieren mit Polizei und Feuerwehr, um in solchen Situationen das Bestmögliche zu tun. Aber das scheint ein aussichtsloses Unterfangen zu sein, wie Winnenden zeigt. Am Mittwochnachmittag konnte die Rektorin allenfalls darüber nachdenken, wie mit dem Thema am Donnerstagvormittag umgegangen werden soll. "Wir werden in der ersten Stunden die Lehrer zusammenrufen und beraten", sagt sie. Das Kollegium müsse versuchen, den Schülern Sicherheit zu vermitteln, sagt Hoch-Hartheim. Das und viel mehr als das regelmäßige Sicherheitstraining, bei dem Gefahrensituationen durchgespielt werden, befürchtet sie, kann nicht unternommen werden.
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Das sieht die Direktorin der Georg-Kerschensteiner-Schule, der das Technische Gymnasium angeschlossen ist, ebenso. Beate Wagner befürchtet, dass so etwas überall geschehen kann. "Wir können mit den Schülern diskutieren", sagt sie, "aber verhindern können wir dieses nicht." Sie verweist wie ihre Kollegin auf den Krisenplan, der im Amtsdeutsch "Verhalten an Schulen bei Gewaltvorfällen und Schadensereignissen" heißt. Diese Verwaltungsvorschrift von Kultus-, Innen- und Umweltministerium im Land verpflichtet die Schulen seit 2007 dazu, sich ihren speziellen Umständen entsprechend mit Krisensituationen zu beschäftigen und Verhaltensregeln einzuüben. Heute haben die Schulen Krisenteams, denen neben Schulleitern Beratungslehrer und Sicherheitsbeauftragte angehören. Sie beschäftigen sich mit Szenarien, von denen sie hoffen, dass sie nie eintreten: Amokläufe, Bombendrohungen, andere Gewaltvorfälle und Brände. Sie üben mit den Schülern Konfliktstrategien, das heißt verträgliche Umgangsformen. Eine Verhaltensregel bei Amokläufen sei, sagt Beate Wagner, keinesfalls die Räume zu verlassen. In Winnenden, entnimmt sie den Nachrichten, herrschte pures Chaos. Wer will das im Ernstfall aufhalten?
Im Grunde muss viel früher angesetzt werden, meint Dr. Thomas Hirschböck, Geschäftsführer der Waldorfschule, den das Geschehen ebenfalls entsetzt, sprachlos und betroffen macht. Schockierend sei, dass nun in Deutschland amerikanische Verhältnisse einkehrten.
Winnenden wird auch in seiner Schule Diskussionen führen. Allerdings könnten die Pädagogen nur begrenzt die Einflusssphären der Schüler in den Blick nehmen.
Autor: gb
