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28. Oktober 2017

Film, Lesung, Diskussion und Aktion

Die 41. Markgräfler Friedenswochen beginnen / Motto: "Frieden statt Krieg – Entschieden gegen rechts!".

  1. Zum Auftakt der Friedenswochen warben Mitglieder des Friedensrats im vergangenen Jahr in der Fußgängerzone für das Programm. Foto: Archiv:  Münch

MÜLLHEIM (BZ). Mit dem Thema "Frieden statt Krieg – Entschieden gegen rechts!" finden vom 2. bis zum 29. November die 41. Markgräfler Friedenswochen statt. Mitwirkende sind der Arbeitskreis Frieden in der Evangelischen Bezirkssynode Breisgau-Hochschwarzwald, die Buchhandlung Beidek, der DGB Markgräflerland, der Friedensrat Markgräflerland und Zuflucht Müllheim.

Die Friedenswochen beginnen am 2. November mit einer Mahnwache vor der Niederlassung von Rheinmetall Waffe Munition in Neuenburg. Die Friedensbewegung setzt sich dafür ein, die Produktion von Waffen durch die Herstellung von zivilen Gütern zu ersetzen. Darum geht es auch in der Podiumsdiskussion am 20. November im Evangelischen Gemeindehaus. Ursachen und Folgen von Waffenproduktion und -export sollen aufgespürt werden und Alternativen zur Produktion von Kriegsgütern aufgezeigt werden. Die Lesung des Autors Oliver Bottini aus seinem Buch "Ein Paar Tage Licht" am 17. November in der Buchhandlung Beidek in Müllheim behandelt dieses Thema ebenfalls in Form eines Kriminalromans.

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Der Film "Die Piroge" zeigt, was nicht zuletzt durch Waffenhandel hervorgerufen werde: Flüchtlingsströme. Der Film über Flüchtlingsschicksale aus Westafrika wird am 14. November im Kino Müllheim gezeigt. Um darauf aufmerksam zu machen, dass von Müllheim der Krieg ausgehe, so der Veranstalter, finden auch während der Friedenswochen am 15. und 29. November Mahnwachen vor der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim statt. Und auch am Volkstrauertag am 19. November möchte der Friedensrat auf dem Alten Friedhof in Müllheim dafür eintreten, dass den Opfern vergangener nicht die Opfer neuer Kriege hinzugefügt werden.

Nicht erst die Bundestagswahlen hätten zu Tage gebracht, dass trotz der in der deutschen Geschichten verorteten Erfahrungen rechte Denk- und Handlungsmuster lebendig seien. Obwohl diese nicht die übergroße Mehrheit der Bevölkerung teilten, bestimmten diese rechtspopulistischen oder gar völkischen Tendenzen die innenpolitische Debatte. Umso bedeutsamer sei die Erinnerung daran, was möglich werde, wenn rassistischen Vorurteilen nicht entgegengetreten wird.

In dieser Aktualität steht der Schweigermarsch am 9. November in Erinnerung an die Pogromnacht gegen jüdische Menschen auch im Markgräflerland 1938 und deren Ermordung durch die Nazis in der Folgejahren. 1942 wurde der polnische Kriegsgefangene Julian Garlewicz in Niederweiler hingerichtet, weil er eine deutsche Frau liebte. Daran wird auf dem Friedhof in Niederweiler am 13. November erinnert und zugleich als Aufforderung zum Handeln gegen Rassismus verstanden. Im Folgenden das Programm:

Donnerstag, 2. November: 15 Uhr, Rheinmetall entrüsten "Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel" vor Rheinmetall in Neuenburg, vor Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Niederlassung Buck Neuenburg, Hans-Buck-Straße 1. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.

Donnerstag, 9. November: 17 Uhr, Schweigemarsch zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Müllheimer – Gegen die Pogrome von heute, vor der Evangelischen Stadtkirche in der Werderstraße, Müllheim. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.

Montag, 13. November: 17 Uhr, Gedenken an Julian Garlewicz einen polnischer Zwangsarbeiter, der 1942 in Niederweiler ermordet wurde, weil er eine deutsche Frau liebte, auf dem Friedhof Niederweiler. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.

Dienstag, 14. November: 20 Uhr, "Die Piroge" – Flüchtlingsschicksale aus Westafrika auf dem Weg zu den Azoren, im Kino in Müllheim, Werderstraße. Veranstalter: AK Frieden im Evangelischen Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald. Zuflucht Müllheim e.V; DGB Markgräflerland.

Mittwoch, 15. November: 15.30 Uhr, Frieden statt Krieg. Protest an der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade, Kreuzung Schwarzwaldstraße/Hügelheimer Straße in Müllheim. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.

Freitag, 17. November: 20 Uhr, Lesung und Gespräch mit dem Autor Oliver Bottini "Ein paar Tage Licht" – Krimi zum Thema Rüstungsexport, in der Buchhandlung Beidek, Werderstraße in Müllheim. Veranstalter: AK Frieden im Evangelischen Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald, Buchhandlung Beidek, DGB Markgräflerland.

Sonntag, 19. November: 11.30 Uhr, Volkstrauertag ohne Militär. Den Opfern vergangener Kriege keine neuen Opfer hinzufügen!, auf dem Alten Friedhof Müllheim. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.

Montag, 20. November: 20 Uhr, "Stoppt den Waffenhandel". Podiumsdiskussion zum Rüstungsexport mit Andreas Bordne, KDA Baden, Kiflemariam Gebrewold, Evangelische Landeskirche in Baden, Uli Rodewald, Friedensrat Markgräflerland. Moderation: Udo Grotz, im Evangelischen Gemeindehaus Müllheim (hinter der Evangelischen Stadtkirche). Veranstalter: AK Frieden im Evangelischen Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald.

Mittwoch, 29. November: 15.30 Uhr, Frieden statt Krieg! Protest an der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade, an der Kreuzung Schwarzwaldstraße/Hügelheimer Straße in Müllheim. Veranstalter: Friedensrat Markgräflerland.
Infos unter: http://www.friedensrat.org

Autor: bz