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26. Juni 2009

"Für ein paar Menschen das Leben ein Stückchen besser machen"

BZ-INTERVIEW mit Henrike Schmitz, die für ein Jahr nach Kapstadt ins "Centre for Creative Education" geht / Die Müllheimerin ist gespannt auf neue Erfahrungen.

MÜLLHEIM. Henrike Schmitz, 20 Jahre alt, wird Mitte August diesen Jahres für zwölf Monate im Rahmen des Freiwilligen Hilfsprojektes "Weltwärts" nach Südafrika gehen. Zu ihrer Reise haben Jule Petzold, Jessica Griffiths und Carolin Stehr sie per E-Mail befragt.

BZ: Wie bist du auf die Idee gekommen, dich für dieses Projekt zu bewerben?
Henrike Schmitz: Nach meinem Abitur im letzten Frühjahr wollte ich einige Auslandserfahrungen machen. Zunächst habe ich zwei Monate in Madrid verbracht. Anschließend wollte ich dann versuchen, meinen Kindheitstraum in die Realität umzusetzen: ein Jahr Afrika.

BZ: Warum hast du dich ausgerechnet für Südafrika entschieden?
Henrike: Meine Favoriten waren anfangs vor allem Länder in Afrika sowie Indien, Vietnam und Thailand. Allerdings war das nur eine grobe Vorstellung aus dem Bauch heraus. Mit der Zeit habe ich dann mein Augenmerk mehr und mehr auf afrikanische Länder gerichtet. Als ich mir schließlich die Projektstellen der "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.". angeschaut habe, ist mir sofort das "Centre for Creative Education" in Kapstadt ins Auge gefallen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als ich tatsächlich angenommen wurde.

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BZ: Unter wessen Leitung findet der Freiwilligendienst statt?
Henrike: Meine Entsendeorganisation sind besagte "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners". Sie unterstützen überall auf der Welt Projekte, von denen die meisten Kinder- und Jugendarbeit leisten. Ihre Hauptaufgabe sehen sie darin, Kindergärten in den Townships einzurichten. Der Dienst läuft im Rahmen des "Weltwärts-Programms" ab. Dies ist eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die es jungen Menschen ermöglicht, entwicklungspolitischen Friedensdienst in Entwicklungs- und Schwellenländern zu leisten. "Weltwärts" bezuschusst 75 Prozent der Kosten. Die restlichen 25 Prozent finanzieren die Freiwilligen, indem sie einen Förderkreis aufbauen.

BZ: Hast du dich bislang schon sozial engagiert?
Henrike: In der Schule – ich war auf dem Markgräfler Gymnasium – habe ich mich mit Vorliebe um unsere Schülerzeitung "PePo" gekümmert. Auch bei einigen Projekten der SMV habe ich mitgeholfen. Im Sommer 2007 bin ich Betreuerin bei einer Ferienfreizeit für behinderte Erwachsene gewesen. Die eindrücklichsten Erfahrungen habe ich jedoch dieses Jahr während meines vier Monate langen Praktikums in einer Schule für Hörgeschädigte gemacht. Dort habe ich vor allem den individuellen Umgang mit den jeweiligen Menschen und ihren verschieden ausgeprägten Behinderungen gelernt.
BZ: Was halten deine Familie und Freunde von deinem Vorhaben?
Henrike: Vor allem meine Eltern waren sofort begeistert von der Idee und haben mir, als ich noch überlegte, geraten, diese Chance auf jeden Fall wahrzunehmen. Natürlich wurden auch Bedenken geäußert. Aber grundsätzlich habe ich von allen ein sehr posi- tives Echo bekommen und merke jetzt schon, dass mich während meiner Zeit in Afrika viele Leute begleiten und unterstützen werden. Das motiviert und ermutigt mich ungeheuer.
BZ: Welche Erwartungen hast du an das Projekt?
Henrike: Zuerst einmal freue ich mich wahnsinnig darauf, ein mir so fremdes Land und vor allem seine Bevölkerung kennen zu lernen, da ich immer schon großes Fernweh hatte. Dann geht es bei einem Freiwilligendienst ja auch immer darum, zu helfen und mitzugestalten. Natürlich ist mir klar, dass ich nicht die Dritte-Welt-Problematik lösen können werde, aber ich habe doch die Hoffnung, dazu beizutragen, wenigstens für ein paar Menschen das Leben ein kleines Stückchen besser zu machen.
BZ: Gibt es auch Dinge, vor denen du Angst hast?
Henrike: Ich muss mich sicherlich auf einen starken Kultur- und Mentalitätsunterschied gefasst machen. Außerdem werde ich dort als Weiße natürlich auffallen. Von ehemaligen Afrika-Freiwilligen weiß ich, dass sie ganz verblüfft waren, als sie nach ihrem Dienst zu Hause ankamen, einen kleinen Schalter gedrückt haben und in Sekundenschnelle wie von Geisterhand das Licht anging. Die größte Angst habe ich aber davor, dass ich meinen Aufenthalt aus einem Grund abbrechen muss, den ich nicht selber bestimmen kann. Die politische Lage ist in Südafrika wohl ziemlich stabil, aber es könnte ja auch einfach eine Krankheit oder ähnliches kommen. Da dies aber hoffentlich nicht passieren wird, bin ich frohen Mutes und sehe meinem Afrika-Jahr mit Spannung entgegen.

Henrike Schmitz sucht noch Unterstützer. Kontakt per Mail an: henrike.schmitz@web.de

Autor: bz