Für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik

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Von mps

Fr, 02. Juni 2017

Müllheim

Deutscher Gewerkschaftsbund fordert, die Renten an den steigenden Wohlstand anzupassen / Vertreter informieren in Müllheim.

MÜLLHEIM (mps). Die deutschen Gewerkschaften kritisieren die Rentenpolitik. So heißt es in einer kleinen Broschüre, in der aus Sicht der Gewerkschaften die wichtigsten Fakten zusammengefasst sind, die zeigen, dass "kaum ein anderes Industrieland das gesetzlich garantierte Rentenniveau so stark senkt wie Deutschland". Grund genug für den DGB, auch auf Ortsebene wie in Müllheim auf die Straße zu gehen und im Vorfeld der Bundestagswahl die Menschen über die politische Entwicklung aufzuklären. Diese Woche waren DGB-Vetreter am Müllheimer Bahnhof unterwegs.

Zwar stiegen die Renten jedes Jahr, allerdings wohl langsamer als die Löhne, sagen die Gewerkschaftsvertreter. Deshalb fordert der DGB: "Die Renten müssen genau wie die Löhne an den steigenden Wohlstand angepasst werden." Die Prognosen des Gewerkschaftsbundes zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunft. So gehen die Gewerkschafter davon aus, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2045 von 53 auf 42 Prozent sinken wird, wie es die Regierung nach Informationen des DGB Anfang des Jahrtausends beschlossen hat. Für die aktiven Mitglieder um den Vorsitzenden des DGB-Ortsverbandes Udo Grotz Grund genug, für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik zu werben. Am Mittwoch informierten Grotz, Frieder Müller und Christoph Böck vor dem Bahnhof und auf dem Bahnsteig. "Die meisten Menschen, die wir angesprochen hatten, haben unsere Informationen dankbar entgegengenommen", sagte Grotz kurz vor Ende der Aktion am Bahnhof.

Tatsächlich scheint die Sorge über die Rentenzukunft bei vielen Menschen angekommen zu sein. "Viele Leute äußerten ihre Befürchtungen, dass das Rentenniveau sinken wird. Andere sorgen sich darum, ob sie überhaupt noch Rente bekommen werden", zitierte Grotz aus verschiedenen Gesprächen. Unterschiedlich war die Reaktion je nach Alter. "Die jungen Leute hatten meist gar keine Zeit, ältere Passanten dagegen waren für das Thema sehr offen", ergänzte Frieder Müller. Dabei sollten sich doch gerade die jungen Menschen mit ihrer Absicherung für das Rentenalter auseinandersetzen, hieß es weiter.