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06. Februar 2012

Gemeinsamer Einsatz wäre wichtig

Beim Neujahrsempfang der Deutsch-Französischen Brigade waren die Strukturreformen ein wichtiges Thema.

  1. Interessiert lauschten die Gäste den Ausführungen der Brigadeführung. Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM. Es ist guter Brauch, dass die Führung der Deutsch-Französischen Brigade bei ihrem Neujahrsempfang über den Status quo der binationalen Einheit und über Zukunftsperspektiven berichtet. So nahmen dieses Mal die Vorbereitungen und laufende Einsätze etwa in Afghanistan und dem Kosovo genauso breiten Raum ein wie die Strukturreform der Bundeswehr.

Neben hochrangigen militärischen Vertretern wie Generalmajor Walter Spindler, stellvertretender Kommandeur des Eurocorps und selbst vor wenigen Jahren Chef der Brigade, waren auch viele Repräsentanten von Behörden und den Standortkommunen der Brigadeeinheiten anwesend. Premiere hatte Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, die herzlich von Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann und seinem Stellvertreter, Colonel Wallerand de Madre im Cercle Mixte willkommen geheißen wurde. Die Strukturreform der Bundeswehr und der französischen Streitkräfte sowie die Auslandseinsätze der Brigade nahmen bei der gemeinsamen Ansprache Hagemanns und de Madres breiten Raum ein.

Die Brigade werde von den beiden Themen "Auslandseinsätze" und "Strukturwandel" geprägt, sagte Brigadegeneral Hagemann. Dabei erinnerte der Kommandeur an militärische Aufgaben großer Teile der Brigadeeinheiten im Kosovo und in Afghanistan, im Libanon in Afrika und auf Guadeloupe. Während der französische Truppenanteil bereits an der Umsetzung der Strukturreform arbeite, stünde das Bundeswehrkontingent noch ganz am Anfang eines Strukturwandels. Rund 2000 deutsche, französische, belgische und luxemburgische Soldaten seien nach der Einsatzvorbereitung in der ersten Jahreshälfte in den Einsatz gegangen. Nicht nur sie, sondern auch ihre Angehörigen müssten in dieser Zeit Entbehrungen, psychische und physische Belastungen auf sich nehmen, sagte Hagemann und sprach den Soldaten Dank und Respekt für "diese großartige Leistung und hervorragende Auftragserfüllung" aus. Seine Anerkennung galt auch den Mitarbeitern und den Familien in der Heimat, welche die einsatzbedingten Vakanzen im Tagesbetrieb aufzufangen hatte. Die ersten Teile der Einsatzkontingente seien bereits wohlbehalten zurückgekehrt. Die Frauen und Männer des Ausbildungs- und Schutzbataillons in Mazar-e-Sharif werden in wenigen Tagen zurückerwartet, berichtete Hagemann. Erleichtert zeigte er sich, dass die Kameraden in den Einsatzgebieten von schwerwiegenden Verletzungen verschont geblieben seien. Colonel De Madre beschrieb sehr anschaulich die Lebensbedingungen in den Feldlagern in Afghanistan. Es drücke auf die Stimmung, wenn man wochenlang von den sogenannten EPA-Rationen, der doch dürftigen Einsatzverpflegung, leben müsse. Immer wieder fehle Wasser zum Duschen und die Kälte in den Zelten zehre ebenfalls an den Soldaten. Belastend für viele Soldaten sei auch die fehlende Verbindung nach Hause zu den Familien.

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Hagemann bedauerte, dass eine gemeinsame Verwendung von deutschen und französischen Soldaten in einem Einsatzgebiet, in einem Einsatzverband und unter einem Kommando derzeit wegen unterschiedlicher Vorgaben und Weisungen nicht möglich sei. Er hob die Wichtigkeit eines gemeinsamen Auslandseinsatzes für die Brigade als einem erfolgreichen Modell für die deutsch-französische Zusammenarbeit hervor. "Die Aufgabe von Immendingen tut uns schon weh", sagte Brigadegeneral Hagemann und ergänzte, dass die Deutsch-Französische Brigade bei der Umstrukturierung relativ glimpflich davongekommen sei. Kulinarisch verwöhnt wurden die zahlreichen Gäste von der Koch-Nationalmannschaft der Bundeswehr.

Autor: Volker Münch