Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

23. November 2016

Hühner für den guten Zweck

Das Bürgerbündnis Bahn versteigert Werke des Cartoonisten Peter Gaymann, der Erlös geht an die Deutsche Kinderhospizgruppe.

  1. Entwürfe und Reinzeichnungen von Peter Gaymann für das BBM-Flaschenetikett wurden zugunsten der Kinderhospizbewegung versteigert. Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM. Von den Werken des bekannten Cartoonisten Peter Gaymann geht eine große Faszination aus. Kein Wunder, dass gleich fünf seiner Arbeiten bei einer Versteigerung im Markgräfler Museum schnell neue Besitzer fanden. Organisiert wurde die Versteigerung vom Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland, der Erlös geht an die Deutsche Kinderhospizgruppe, die von Gaymann seit Langem unterstützt wird.

Es ging um Skizzen und Originalzeichnungen für die Weinetiketten, die Peter Gaymann für das Bürgerbündnis entworfen hat, und die seit einigen Monaten Weine der Winzergenossenschaften Hügelheim, Auggen, Britzingen, Schliengen-Müllheim und der Weingüter Engler und Dörflinger zieren. "Es geht um den Widerstand der Menschen in der Region. Mir war gleich klar, dass ich das Engagement unterstützen werde", betonte Peter Gaymann.

Das Engagement des bekannten Zeichners hatte allerdings eine interessante Vorgeschichte, wie Reiner Nußbaumer und Jasmin Dusi vom Bürgerbündnis erzählten. Sie verwiesen auf die Anfänge der Bürgerinitiative im Mai 2012. Damals habe sich eine kleine Gruppe Hügelheimer mit dem Bahnausbau auseinander gesetzt. Sie erkannten nach den Worten Nußbaumers die Dringlichkeit zum Handeln und gründeten gemeinsam mit den Auggener Bürgern das Bürgerbündnis, das selbst eine Planung mit Tieflage, ohne riesige Lärmschutzwände, vorlegte. Da kam Reiner Nußbaumer eine Begegnung mit Peter Gaymann vor 25 Jahren in den Sinn. "Wir nahmen Kontakt mit ihm auf und konnten ihn für die Gestaltung eines Weinetiketts gewinnen", freute er sich und bedankte sich bei dem Cartoonisten.

Werbung


Das honorarfreie Engagement war allerdings an eine Bedingung Gaymanns geknüpft: Entwürfe und Reinzeichnungen sollten zeitnah zur Ausstellung im Markgräfler Museum zugunsten der Kinderhospizbewegung versteigert werden. "Gerade wenn es ernst und traurig wird, braucht es auch Momente, die von Humor bestimmt sind und auch zum Nachdenken anstoßen", erklärt Peter Gaymann seinen seit vielen Jahren andauernden Einsatz. Dass zum Thema mehrere Bleistiftzeichnungen und colorierte Federzeichnungen existieren, war der Arbeitsweise Gaymanns geschuldet. "Ich muss mir immer erst einige Ideen zum gestellten Thema ausdenken. Ich nähere mich über verschiedene Entwürfe, die ich mit Bleistift in mein Skizzenbuch zeichne", erzählt der Cartoonist. Und so entstanden drei unterschiedliche Entwürfe und zwei Reinzeichnungen aus der Tuschefeder, die dann mit Aquarellfarben ganz "Gaymann-like" eingefärbt wurden.

Dann war es soweit: Die erste Zeichnung wurde mit einem Mindestgebot von 100 Euro aufgerufen und wechselte nach einem kleinen Bieterduell für 210 Euro den Besitzer. Glücklicher Eigentümer ist nun Gerhard Kaiser. Die zweite Bleistiftzeichnung, Huhn und Schwein, ging am Ende für 200 Euro an Bernhard Edinger. Die dritte Zeichnung, einen Weinflaschen tragenden Obelix mit Schweinekopf und ein Asterix-Huhn ("Die spinnt, die Bahn!"), ging sogar für 300 Euro an einen neuen Eigentümer. Allerdings half Peter Gaymann selbst etwas nach: "Wenn jemand 300 Euro zahlt, dann werde ich die Skizze auch noch colorieren." Das Angebot verfehlte seine Wirkung nicht: Schon hob Stadtrat Michael Nutsch die Hand und erhielt den Zuschlag. Deutlich teurer wurde es mit der Vorläufer-Zeichnung für das endgültige Etikett: Die Auktion startete bei 200 Euro und brachte am Ende für die Kinderhospizbewegung 520 Euro ein. Zum Zuge kam eine Hügelheimer Bietergemeinschaft, bestehend aus der Hügelheimer Winzergenossenschaft, aus Johannes Weitzel, aus der Familie Nußbaumer und aus vorhandenen Mitteln der Vorläuferinitiative "Bahn bewegt Hügelheim". "Die Originalzeichnung wird somit in Hügelheim bleiben", betont Reiner Nußbaumer. Das Originaletikett mit einer an das Format des Etiketts angepassten Zeichnung wurde von Michael Nutsch zum Preis von 320 Euro ersteigert. "Herzlichen Dank. Jeder Euro ist toll und wichtig. Damit wird eine schwierige Arbeit und eine aufwändige Betreuung unterstützt", bedankte sich Peter Gaymann.

Am Schluss war ein Betrag von 1550 Euro zusammengekommen, der wohl noch mit dem einen oder anderen Euro vergrößert wurde.

Autor: Volker Münch