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26. Mai 2015

Im Juni stehen wichtige Termine an

Das Bürger Bündnis Bahn Markgräflerland bereitet sich beim Monatstreff auf die nächste Sitzung des Projektbeirats vor.

  1. bbm Foto: Sigrid Umiger

MARKGRÄFLERLAND. Die Beteiligung des Landes an den Mehrkosten beim Ausbau der Rheintalbahn sind ein positives Signal. Mehr noch nicht. Das Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland (bbm) fordert auf der Strecke Buggingen bis Auggen: maximal sechs Gleise, keine Weichen, alle Güterzüge müssen in Tieflage und durch den Katzenbergtunnel geführt werden. Diese Kernforderung sei noch nicht in trockenen Tüchern, mahnte Gerhard Kaiser im vollbesetzten Gemeindesaal in Hügelheim.

Schienenstegdämpfer und besonders überwachte Gleise (BüG) reichen nicht, um den Wegfall des Schienenbonus zu kompensieren, betonte bbm-Vorstand Helmut Schmitt, zumal der Zugverkehr bis 2030 um 43 Prozent zunehme. Es sei erwiesen, dass Lärm krank mache, erklärte der Frontmann und Bahnexperte der Bürgerinitiativen, Gerhard Kaiser. Eine Studie belege, dass es basierend auf Schienenlärm in den letzten zehn Jahren 75 000 Krankheits- und 3000 Todesfälle gegeben habe sowie Krankheitskosten von vier Milliarden Euro. "Daran kommt kein Politiker vorbei", betonte Kaiser. Deshalb sollten sich auch alle Bürger bis Ende Juni am Lärmaktionsplan des Eisenbahnbundesamtes beteiligen. In der Studie werde abgefragt, wo Bürger wohnen, die sich vom Zuglärm belästigt fühlen. Infos gibt es beim Bürgerbündnis Bahn.

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Mit der von der Politik nachgeschobenen Vorgabe, dass ICE-Züge zwischen Buggingen und Schliengen 250 Stundenkilometer schnell sein sollen (statt 200 km/h) verlange die Bahn, dass auch bei der optimierten Lösung 6,50 Meter hohe Lärmschutzwände gebaut werden müssten - für sechs nächtliche Züge zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Das treibe nur die Kosten hoch und verhindere die Kernforderung, mache den ICE aber nur um "hirnrissige" 20 Sekunden schneller, monierte Werner Kleinfelder.

Um überhaupt eine Chance gegen die Bahnplanung zu haben, müsse die bbm einen Kompromiss anbieten und statt der eigentlich ausreichenden vier, maximal sechs Gleise akzeptieren, empfiehlt Gerhard Kaiser. Wichtig sei, die bestehende Rheintalbahn für den Personenverkehr zu erhalten. Der von der Bahn geplante Abriss dieser Gleise koste 50 Millionen Euro.

Vor Hach verteilen sich im Plan der bbm je zwei Personenzuggleise auf die West- und die Ostseite, dazwischen liegt die gedeckelte Gütertrasse in 8,50 Metern Tiefe. Die von der Bahn gewünschten acht Gleise im Bahnhof Auggen, könne man nicht hinnehmen, so Kaiser. Ausweichgleise seien auch nicht notwendig, da die bestehenden Weichen nördlich von Schliengen genutzt werden könnten.
Die Bahn modifiziere ihre Pläne laufend, konfrontiere die Bürgerinitiativen mit nicht nachprüfbaren Summen und berechne die Kernforderung mit Mehrkosten von 267 Millionen Euro, monierte Kaiser. Tatsächlich betrage der Mehraufwand aber nur 150 Millionen Euro, weil die bbm weder Unterwerfungsbauwerke, noch Bypässe und Weichen brauche und weil Bahnhofsgebäude und Stellwerk in Müllheim nicht abgebaut werden müssten.

Die Bahnplanung schafft eine Frequenz von 170 Güterzügen in 16 Stunden, wobei 15 Züge durch die Gemeinden am Isteiner Klotzen fahren. Bei der Variante der bbm können 216 Züge fahren und zwar allesamt durch den Tunnel. Somit könnten jährlich 17 000 Güterzüge mehr fahren, was der Bahn Mehreinnahmen von elf Millionen Euro über Mautgebühren bringe, rechnete Kaiser vor.

Er baue auf die Einsicht der Politiker zumal bislang keine Fraktion eine Absage erteilt habe. "Die können uns Bürger nicht ausgrenzen", hofft Gerhard Kaiser. Die heiße Phase laufe auf Hochtouren: Am 11. Juni gibt es eine Vorbesprechung mit Verkehrsminister Winfried Herrmann in Stuttgart, am 17./18.Juni diskutieren die Abgeordneten im Landtag, am 20. Juni schickt die CDU ihren Spitzenkandidaten Guido Wolf nach Auggen und am 26. Juni tagt der Projektbeirat in Stuttgart. Dann wisse man mehr. "Falls es vorher noch brenzlig wird, müssen wir uns auf der Straße zeigen", kündigte Gerhard Kaiser.

Autor: Sigrid Umiger