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08. Februar 2012 17:21 Uhr
Umfrage im Markgräfler Land
Konfetti an Fasnacht – der Stoff, aus dem die Debatten sind
Der Eschbacher Gemeinderat hat sich dafür entschieden, Konfetti bei Fasnachtsumzügen weiter zu erlauben. Wie wird das Thema andernorts im Markgräfler Land gehandhabt? Ein Überblick.
Die meisten Narrenumzüge stehen den Freunden der alemannischen Fasnacht noch bevor. Zu den fast unverzichtbar erscheinenden närrischen Gepflogenheiten gehört die großzügige Verwendung von Konfetti. In der Regel ist das Werfen noch erlaubt, in einzelnen Fällen aber eingeschränkt oder gar verboten. Dagegen laufen viele Hästräger Sturm, während sich natürlich auch Konfettikritiker zu Wort melden.
Am Sonntag, 12. Februar, findet der Müllheimer Umzug mit rund 3300 Teilnehmern und mit mindestens doppelt so vielen Besuchern statt. Nicht nur der Termin, der vor dem eigentlichen Fasnachtssonntag und Rosenmontag liegt, scheint bei den Gastzünften und Cliquen sehr begehrt zu sein, sondern auch die Möglichkeit, Konfetti einsetzen zu können.
Das führt Jahr für Jahr immer wieder zu Diskussionen in den Kommunen landauf, landab. Denn die Umzugsstrecken mitsamt den angrenzenden Vorgärten und Vorhöfen sehen nach dem Spektakel ziemlich versaut aus. Kritiker beziehen sich auf den Reinigungsaufwand von privater und öffentlicher Seite. So fallen in Müllheim für die Kehrmaschine etwa 1000 Euro an, die zehn Mitarbeiter, die einen ganzen Tag lang teils mit Kleingeräten und Besen die Überbleibsel zusammenkehren, kosten noch mal etwa 3000 Euro. "Und wenn die Witterungsverhältnisse schlecht sind, dann ist der Aufwand größer und dann wird es auch teurer", erklärt Felix Schilling, der im Rathaus für die Reinigung zuständig ist. Feuchte Papierschnitzelchen verkleben mit dem Straßenbelag. Wie widerspenstig sie sind, hängt von ihrer Konsistenz ab. Oft ist Konfetti mit anderen Materialien verunreinigt, manche Schnipsel haben eine metallartige Oberfläche und verrotten nicht. Das wird dann auch für die Umzugsorganisatoren zum Ärgernis.
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Thomas Detterbeck, Oberzunftmeister der Müllemer Hudeli ist froh, dass das Konfettiwerfen erlaubt ist. "Es gehört zur Fasnacht." Viele Umzugsteilnehmer würden sonst ausbleiben, befürchtet er. Bei der Anmeldung laute oft die Frage: "Gibt es bei Euch ein Konfettiverbot?" Sollte von der Kommunalpolitik ein Verbot diskutiert werden, müsse darüber gleich nach Fasnacht gesprochen werden, meint der Müllheimer Obernarr. Denn schon wenige Wochen nach dem Ende der Narrenzeit beginne wieder die Anmeldefrist. Detterbeck gibt allerdings zu bedenken, dass es auf Müllheims Straßen nach Silvester weitaus schlimmer aussähe als nach einem Umzug. "Da fordert auch keiner, dass das Abbrennen von Feuerwerken verboten oder zumindest die Reinigungskosten den Anwohnern in Rechnung gestellt werde."
Auch in Neuenburg scheint die Narrenwelt noch in Ordnung zu sein. Zumindest gibt es in der Zähringerstadt bis heute kein Konfettiverbot. Bisher sei es kein Thema bei Gesprächen mit der Stadtverwaltung, die als Mitorganisatoren mit im närrischen Boot sitzen, gewesen, berichten Oberzunftmeister Jürgen Schäfer und Umzugsorganisator Armin Reese von der Narrenzunft D’Rhiischnooge. "Das ganze Thema wurde hochgekocht", ärgert sich Reese mit Blick auf die durch den Eschbacher Umzug angestoßene Debatte. Aber auch in Neuenburg gibt es Einschränkungen. Es dürfen nur Konfetti der "Schweizer Art" geworfen werden, also reine, staubfreie, einfarbige Papierschnipsel. "Dieses Konfetti lässt sich besser beseitigen, Überreste verrotten schnell und hinterlassen praktisch keine Spuren", so der Umzugsorganisator.
In Heitersheim gehen Stadtverwaltung und die Zunft der Malteserfunken einen Mittelweg, wie Bürgermeister Martin Löffler erklärt. Bis vergangenes Jahr herrschte ein völliges Konfettiverbot. Dieses gilt nun nur noch bei feuchter Witterung und Regen. An trockenen Umzugstagen darf Konfetti geworfen werden. So wolle man dem Umstand Rechnung tragen, dass zwar viele Narren gerne in die Malteserstadt kämen, zugleich aber das Verbot kritisierten.
Seit vielen Jahren gilt beim Sulzbachtalumzug in Sulzburg ein Verbot. Das hätten die Driebelbisser, die in Kooperation mit der Stadt Sulzburg den Umzug organisiert, so beschlossen, erklärte Sulzburgs Bürgermeister Peter Wehrle. Das Verbot reicht bis in die Anfänge der neunziger Jahre zurück, als bei einsetzender Schneeschmelze ein Lastwagen durch die Konfettibrühe fuhr und Hauswände bespritzte. "Das war fast nicht mehr wegzubekommen", erinnert sich Wehrle. Ganz lasse sich das Konfetti und anderes Wurfmaterial wie Stroh nicht unterbinden. "Die Menge ist aber sehr gering", stellt der Bürgermeister fest.
- Eschbach: Gemeinderat sind gegen Konfettiverbot
Autor: Volker Münch
