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21. Juli 2013 17:35 Uhr

Firefighter Combat Challenge in Müllheim

Kraft, Technik und viel, viel Puste

Zuschauer und Teilnehmer waren gleichermaßen begeistert von der Firefighter Combat Challenge Südbaden am Wochenende in Müllheim.

  1. Ganz schön anstgrengend: das Schleppen einer 80 Kilogramm schweren Rettungspuppe Foto: Alexander Anlicker

  2. Kraft und Technik sind gefragt. Foto: Alexander Anlicker

  3. Rauf geht’s auf den zwölf Meter hohen Gerüstturm. Foto: Alexander Anlicker

  4. Die Zuschauer sind fasziniert von der Leistung der Feuerwehrleute. Foto: Alexander Anlicker

  5. Das Team Südbaden mit Feuerwehrleuten aus Ballrechten-Dottingen, Kandern, Freiburg und Müllheim Foto: Alexander Anlicker

  6. Harte Arbeit für den Feuerwehrmann Foto: Alexander Anlicker

  7. Löscharbeit Foto: Alexander Anlicker

  8. Nach dem Wettkampf hatten die Zuschauer Gelegenheit das Schleppen der 80-Kilo-Rettungspuppe einmal auszuprobieren. Foto: Alexander Anlicker

  9. Firefighter der US-Militärstützpunkte in Deutschland gedenken auf ihren Helmen der am 11.9. 2001 gestorbenen Feuerwehrleute. Foto: Alexander Anlicker

  10. Voller Einsatz auf dem Gerüstturm Foto: Alexander Anlicker

Rund 200 Starter gingen auf den Wettkampf-Parcours, der sich an einem realistischen Einsatzszenario orientiert. Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren waren ebenso darunter wie solche von Berufsfeuerwehren aus Berlin und Straßburg sowie der amerikanischen Luftwaffenstützpunkte Ramstein und Spangdahlem.

Kurz vor dem Start tauchen die zwei Feuerwehrleute ihre Handschuhe in einen Eimer mit Wasser. "Mit dem nassen Leder hat man einen besseren Griff", erklärt Holger Höfflin, stellvertretender Gesamtkommandant der Feuerwehr Müllheim, der mit einem Kameraden die Firefighter Combat Challenge Südbaden moderiert. "Die einen schwören drauf, für die anderen ist es eine Art Ritual", ergänzt er. Abkühlung bringt es bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius aber nicht. Die Luft flimmert über dem aufgeheizten Asphalt auf dem Neoflex-Gelände. Zupacken können ist gefragt als das Startsignal ertönt. Jeweils zwei Feuerwehrmänner und auch einige taffe -frauen stürmen in voller Einsatzkleidung inklusive Atemschutzgerät die Treppe eines zwölf Meter hohen Gerüstturms hinauf. Über die Schulter haben sie sich zusätzlich noch zwei flach gebuchtete B-Schläufe geworfen, die es oben abzulegen gilt. Anschließend gilt es, an einem Seil ein weiteres Schlauchpaket das zwölf Meter hohe Gerüst hinaufzuziehen und dann die Treppe wieder zur nächsten Station herunterzulaufen.

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"Die Treppe hoch und wieder runter zu laufen, war das anstrengendste", sagt Dietmar Welz von der Feuerwehr Neuenburg, der zum ersten aber nicht zum letzten Mal an dieser Art von Wettkampf teilgenommen hat.

Kraft und Technik ist bei der nächsten Disziplin, der "Keiser Force Machine", gefragt. Es folgen ein Slalomkurs, das Ziehen eines mit Wasser gefühlten Schlauches und ein Ziel mit dem Wasserstrahl treffen. Jetzt sind es noch 30 Meter bis zur Zielline, allerdings muss bis dahin noch eine 80 Kilogramm schwere Übungspuppe, die einen Verletzten simuliert, geschleppt werden. Eigentlich eine leichte Aufgabe, wären da nicht die kräftezehrenden Disziplinen davor und das schwere Atemschutzgerät auf den Rücken. Die Atemfrequenz steigt, der Puls rast. Angefeuert von den Feuerwehrkameraden wird die unendlich schwer wirkende Puppe mit allerletzter Kraft über die Ziellinie gezogen. Die Messlatte ist hoch: Der Gesamtsieger Martin Kleinwächter aus Berlin absolvierte den Kurs in nur 1:41 Minuten.

Der Pokal für den besten Firefighter aus dem Landkreis geht an Markus Karrer aus Ballrechten-Dottingen (2:14 Minuten); Zweiter wird Adnan El Ajouz aus Grißheim. Die Teamwertung gewinnt das Team der Flughafenfeuerwehr aus Ramstein.

"Ich kann mich an die Hälfte von dem Lauf nicht erinnern", sagt Welz. Die körperliche Belastung sei eins zu eins wie im Einsatz. Mit einer Zeit von 3:48 Minuten ist er im Mittelfeld gut dabei. Spannung pur bieten die Finalläufe am Sonntag, bei dem die acht schnellsten Feuerwehrleute im K.-o.-System gegeneinander antreten.

"Ich bin total fasziniert, gerade bei den Temperaturen", zollt Zuschauerin Sandy Heining, die sich mit ihren Kindern den spannenden Wettbewerb anschaut, den Teilnehmern Respekt. "Mein Sohn Pierre will unbedingt zur Feuerwehr, wenn er zehn ist", erzählt sie. In puncto Nachwuchswerbung hat sich der immense Aufwand für die Müllheimer Wehr auf jeden Fall gelohnt.

Begeistert ist auch Müllheims Gesamtkommandant Michael Stöcklin. "Es ist beeindruckend, was die Teilnehmer bei den Temperaturen leisten. Jeder der hier durchkommt ist ein Sieger", sagt er. Ein Atemschutzeinsatz dauere im Normalfall eine halbe Stunde, den Parcours in drei bis vier Minuten durchzuziehen sei schon knallhart, meint er. Für Stöcklin ist der Wettkampf nur eine Seite der Medaille. "Das, was es ausmacht, ist, dass wir Feuerwehrleute eine große Familie sind, und wo es keine Problem macht, mit Feuerwehrleuten aus verschiedenen Nationen an einem Tisch zu sitzen.

"Angefressen" sind nun die teilnehmenden Feuerwehrleute aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. "Es war bestimmt nicht die letzte Firefighter Combat Challenge, sagt Dietmar Welz, der mit seinen Neuenburger Teamkollegen nun die Teilnahme an den Wettbewerben in Straßburg und Berlin ins Auge fasst. Und wie alle anderen Teilnehmer auch, würde er nächstes Jahr wieder gerne nach Müllheim kommen, sollte die Veranstaltung über das Jubiläumsjahr der Müllheimer Feuerwehr hinaus fortgesetzt werden.

Autor: Alexander Anlicker