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04. September 2010
Tempo 30 wird kontrolliert
Die Eingewöhnungsphase in der Haupt- und Werderstraße ist vorbei.
MÜLLHEIM. Seit zweieinhalb Monaten gilt in der Werder- und in der Hauptstraße Tempo 30. Bisher konnten die Verkehrsteilnehmer die neue Regelung noch etwas lockerer nehmen, jetzt aber wird es ernst: Vom 13. September an wird die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit überwacht, bei Überschreitungen drohen Bußgelder.
Die runden Schilder mit der schwarzen 30 auf weißem Grund und rotem Rand wurden Anfang Juli aufgestellt. Die Temporeduzierung geht auf einen Beschluss des Bauausschusses zurück, initiiert durch einen Antrag der SPD-Fraktion im Februar 2009. Möglich, dass die Schilder in der Werderstraße wegen der Fahrbahnbreite von einigen Verkehrsteilnehmern nicht wahrgenommen werden. Denn auch noch zweieinhalb Monate nach ihrer Einführung halten sich manche Verkehrsteilnehmer nicht an die Begrenzung. "Es geht doch jedem so: Wer diese Straße schon immer befährt, achtet auf solche Veränderungen oftmals nicht gleich", stellt Hauptdezernent Alexander Willi von der Stadtverwaltung Müllheim fest. Das sei auch der Grund gewesen, dass die Änderung nicht sofort überwacht wurde. Nach mittlerweile mehr als zehn Wochen aber ist der Gewöhnungsprozess beendet, so dass künftig Überschreitungen der neuen Geschwindigkeitsregel durchaus schmerzhafte Folgen haben können.Werbung
Auf die Regelung angesprochen, reagierten mehrere Autofahrer überrascht. "Das habe ich noch gar nicht wahrgenommen", sagt eine Autofahrerin aus Müllheim. Ein anderer Verkehrsteilnehmer meint: Tagsüber gehe es eh nicht schneller, wenn viel Verkehr herrsche und viele Autos ein- und ausparkten. Er bekennt sich aber dazu, dass er gegen Abend, wenn die Straßen fast frei sind, gerne Gas gibt. "Da interessieren mich die Schilder nicht." Kein Wunder, dass dieser Autofahrer anonym bleiben wollte.
Obwohl sich manche Verkehrsteilnehmer also mit dem Erkennen der neuen Regel schwer tun, ist die Beschilderung aus verkehrsrechtlicher Sicht ausreichend. Das jedenfalls stellte die Untere Verkehrsbehörde des Gemeindeverwaltungsverbandes bei der Abnahme fest. In der Verkehrsbehörde wird zudem darauf hingewiesen, dass es zusätzliche Fahrbahnmarkierungen gibt.
Zum Ärgernis entwickelt sich der Parkverkehr in der Hauptstraße. Immer häufiger werden Autos und Transporter außerhalb der ausgewiesenen Parkplätze auf dem Gehsteig abgestellt und so Konflikte mit Fußgängern und rollendem Verkehr ausgelöst. "Es gelten wieder die einschlägigen Parkvorschriften", betont Hauptdezernent Alexander Willi. Die Einhaltung soll nun wieder konsequent geprüft werden, kündigte er einen intensiveren Kontrolldruck an. Während der Bauphase habe die Stadt das Parkverhalten der Kunden und Geschäftsleute wegen der zum Teil schwierigen Verhältnisse toleriert. Ob der Platz vor dem Alten Spital – so wie ursprünglich vorgesehen – künftig autofrei sein oder das Parken weiterhin gestattet wird, will der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen erörtern. Bei einer früheren Gelegenheit war in dem Gremium die Meinung vertreten worden, dass die Aufenthaltsqualität des Platzes nicht nur parkende Autos eingeschränkt werden soll.
Autor: Volker Münch
