Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. September 2014

Verlässlicher Partner der Region

Mit einem Festakt startete das Evangelische Sozialwerk Müllheim am Sonntag seine Jubiläumswoche zum 60-jährigen Bestehen.

  1. Der Bedeutung des Sozialwerks angemessen, waren zahlreiche Gäste in der Martinskirche. Foto: Sigrid Umiger

  2. Tolles Büffet aus der Heimküche Foto: sigrid umiger

MÜLLHEIM. Das Evangelische Sozialwerk Müllheim ist heute ein zukunftsfähiges Dienstleistungsunternehmen in der Senioren- und Jugendhilfe. Nach einer Schenkung von Elisabeth und Albert Blankenhorn wurde das Sozialwerk 1954 gegründet mit damals 35 Bewohnern im Müllheimer Elisabethenheim. Die einwöchige 60-Jahrfeier startete am Sonntag mit dem Festakt in der vollbesetzten Martinskirche.

Dank der weitsichtigen und christlichen Humanität der Stifter werden heute unter dem Dach des Sozialwerks 127 Bewohner im Elisabethenheim Müllheim, 32 im Pflegeheim Bethesda Badenweiler und 37 im Pflegeheim Sulzburg "mit großer Zuwendung gepflegt und betreut", betonte Professor Dieter Waldmann, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, und freute sich über die vielen Gäste, darunter auch Politiker und Bürgermeister aus etlichen Nachbargemeinden.

"Ein hohes Maß an Lebensqualität und spürbar gelebte Werte machen einen guten Träger wie das Sozialwerk aus", lobte der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster. Er sei froh, dass endlich das Pflegestärkungsgesetz bearbeitet werde. 2017 soll die Zahl der Betreuungskräfte verdoppelt und die Pflegestufen von drei auf fünf erweitert werden. Gut finde er das Ehrenamtsmotto des Sozialwerks: "Alte helfen Alten", meinte Schuster.

Werbung


Bärbl Mielich, pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, erinnerte daran, wie stark sich die Gesellschaft in den letzten 60 Jahren verändert hat, und lobte das Sozialwerk als "überzeugendes Beispiel für den gelungenen Wandel".

Grundphilosophie des Jubilars sei das "Person-Sein", die Wertschätzung und Würde jedes Menschen. Es gehe dabei auch um moralische Maßstäbe gegen die Dominanz des Ökonomischen, erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Bayer. Das Segment der Hochbetagten werde weiterhin steigen. Schon heute sei ein Viertel der Deutschen über 60 Jahre alt. Im Mittelpunkt müsse, so Bayer, das Kümmern um die Menschen stehen.

Die Qualität der Pflege im demografischen Wandel zu gewährleisten, sei eine große Herausforderung. Die Pflege dürfe kein Tabuthema bleiben, forderte der CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Rapp.

Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich lobte, dass sich das Sozialwerk nicht nur um ältere Menschen kümmere, sondern vor 47 Jahren auch den Grundstein für die Evangelische Jugendhilfe gesetzt habe und somit eine "hervorragende Infrastruktur der Alten- und Jugendhilfe" biete. Als "Gesichtern" der Seniorenbetreuung dankte die Bürgermeisterin Veronika und Eckhard Schwarz, die 34 Jahre lang Heimleiter waren – er im Elisabethenheim, sie im Bethesda. Siemes-Knoblich lobte die Ehrenamtlichen, darunter die Mitglieder des Aufsichtsrates und sagte: "Das Sozialwerk ist ein verlässlicher Partner der Stadt." Im Aufsichtsrat ist auch Dekan Hans-Joachim Zobel. Er wünschte den Verantwortlichen, dass sie bei aller Professionalität die Umsetzung der Nächstenliebe beibehalten mögen.

Das Sozialwerk sei einer von drei Trägern der Fachschule für Altenpflege, biete seit 1995 auch eine Tagespflege sowie täglich 100 "Essen auf Rädern" und vermiete 45 betreute Wohnungen, informierte Geschäftsführer Holger Karg. Geplant sei die Sanierung des Elisabethenheims und das Betreiben von Senioreneinrichtungen in Waldshut-Tiengen und Buggingen. Er hoffe, dass das neue Pflegestärkungsgesetz seinem Namen gerecht werde, sagte Karg und dankte allen Mitarbeitern, auch in der Jugendhilfe Kirschbäumleboden, die heute eine angesehene Einrichtung im Landkreis sei und 80 Kinder und Jugendliche betreue.

Begeistert lauschten die Zuhörer dem Markgräfler Kammerorchester, das Kompositionen von Bach und Brahms exzellent intonierte. Beeindruckend war auch das Büffet aus dem Elisabethenheim.

Autor: Sigrid Umiger