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30. August 2013 15:00 Uhr

Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Kann der Bahnhof ohne Tieflage Knotenpunkt werden?

Die Badische Zeitung hat die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim gefragt: Ist Schienentaktverkehr auf der Rheintalstrecke mit Müllheim als Verkehrsknotenpunkt ohne Tieflage überhaupt möglich?

  1. Der Müllheimer Bahnhof. Foto: Andrea Drescher

Armin Schuster (CDU): "Nachbesserung nötig"

"Ich gehe davon aus, dass der Bahnhof auch ohne Tieflage die Funktion als Knotenpunkt erfüllen kann. Es sind allerdings Nachbesserungen gegenüber der ursprünglichen Planung nötig. Ich habe hierzu bereits zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Müllheim vermittelt und will dies auch in Zukunft gerne tun. Die Stadt Müllheim hat einige konkrete Vorschläge für Nachbesserungen gemacht. Dazu gehört der barrierefreie Zugang zu den Gleisen, ein funktionsfähiges Empfangsgebäude und der Bahnhofsvorplatz. Ebenso sinnvoll ist es, den Bahnhof so zu gestalten, dass er in Zukunft auch an den Personenfernverkehr angebunden werden kann."

Thomas Mengel (SPD): "Tieferlegung zwingend"

"Der Taktverkehr ist wesentlicher Bestandteil der Verbesserung des ÖPNV und damit Voraussetzung für die Verlagerung von mehr Verkehr auf die Schiene. Das Land Baden-Württemberg wird den Regionalverkehr jetzt ausschreiben. Damit wird die Tieferlegung der Gütertrasse zwingend."

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Ina Rosenthal (Grüne): "Für Bürgerfreundlichkeit"

"Aus Überzeugung setzte ich mich für eine gute Nahverkehrsplanung ein und begrüße dabei, dass Müllheim dabei eine wichtige Rolle in und für die Region spielen soll. Hierbei ist sicher, dass wir eine entsprechende Bahnhofs-Infrastruktur – wie zum Beispiel ausreichend Bahnsteige – nicht nur wollen, sondern auch tatsächlich brauchen, um der neuen Funktion als Knotenpunkt gerecht zu werden. Ob dafür aus betriebstechnischer Sicht eine Tieflage unabdingbar ist, müssen Sie einen Bahningenieur fragen. Persönlich und politisch setze ich mich aber für einen aufgabengerechten und bürgerfreundlichen Ausbau des Bahnhofs ein. Diese Aspekte müssen wir unter einen Hut bekommen, um eine optimale Lösung für Müllheim und die Region zu schaffen."

Tilo Levante (FDP): "Tieflage erforderlich"

"Das vom Land Baden-Württemberg und den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie dem Stadtkreis Freiburg im August 2007 formulierte Ziel, den Schienenpersonennahverkehr auszubauen, erfordert auch einen Ausbau des Bahnhofs Müllheim. Ich erwarte mittelfristig eine steigende Nachfrage. Unsere Region ist attraktiv und zieht Menschen an, die Bevölkerung nimmt zu. Wir müssen das berücksichtigen und gerade beim Ausbau der Bahn für die Zukunft planen. Die Tieflage der Gütertrassen in Müllheim ist erforderlich. Diese Lösung hat zusätzlich den Vorteil des Lärmschutzes und der Sicherheit."

Thomas Grein (Linke): "Entflechtung muss sein"

"Land und Zweckverband haben sich zum Ziel gesetzt, den Schienenpersonennahverkehr auszubauen. Das unterstütze ich. Müllheim ist ein zentraler Knotenpunkt für den regionalen Nahverkehr und Planungen werten die Rolle auf. Der Bahnhof bietet dafür auch ausreichend Platz. Zielvorgabe der Umgestaltung müssen Angebotsorientierung und Vorhaltung von Kapazitäten für eine sinnvolle Ausweitung sein. Sparwut darf keine sinnvolle Entwicklung verbauen. Ich teile die Sicht der Nahverkehrsgesellschaft, dass der Bahnhof vier bis fünf Bahnsteigkanten braucht. Die Güterverkehrstrasse ist so zu entflechten, dass die Entwicklung des Personenverkehrs nicht beeinträchtigt wird und Lärmbelastungen auf ein Minimum reduziert werden."

Autor: BZ