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15. Mai 2013

Wegfall des Schienenbonus zugesichert

Bürgermeister in Berlin: Lärmschutz für Bahn-Abschnitt Müllheim/Auggen.

  1. Vorsicht Zug! Was eigentlich an den Autoverkehr adressiert ist, könnte auch für Anwohner gelten – denn wo Züge fahren, wird’s laut. Foto: Babeck

MÜLLHEIM/AUGGEN/BERLIN (BZ). Der Abschnitt Müllheim/Auggen der Rheintalbahn soll so gebaut werden, als gäbe es keinen Schienenbonus mehr. Dies ist Ergebnis des Gesprächs mit Staatssekretär Michael Odenwald im Bundesverkehrsministerium, das Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, Auggens Bürgermeister Fritz Deutschmann, die Lörracher Landrätin Marion Dammann, Bundestagsabgeordneter Armin Schuster sowie Vertreter der Deutschen Bahn in Berlin geführt haben. Dies geht aus einer Pressemitteilung aus dem Auggener Rathaus hervor.

Demnach begrüßten Dammann, Schuster und die Bürgermeister die jüngsten Beschlüsse des Projektbeirats. Sie dankten Odenwald als Projektbeiratsvorsitzendem dafür, dass er den Planfeststellungsbeschluss in den Herbst verschoben hatte, um weitere Gespräche zum Lärmschutz und zur Verknüpfung bei Hügelheim (Kernforderung 6) zu ermöglichen. Bekräftigt wurde die Absicht, den Abschnitt Hügelheim-Müllheim-Auggen so zu bauen, als gäbe es den Schienenlärmbonus nicht mehr, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bahn und der Staatssekretär hätten versprochen, schriftlich Vorschläge zu unterbreiten, wie die fünf Dezibel Lärmreduktion im Bereich von Auggen und Müllheim zu erbringen seien. Passive Lärmschutzmaßnahmen sollten möglichst vermieden werden, erläuterten demnach Deutschmann und Siemes-Knoblich. Deutschmann wies zudem darauf hin, dass die bestehende Rheintalbahn im Bereich Auggen neu aufgebaut werde, und regte deshalb an, die neue Trasse auf Geländeniveau abzusenken.

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Odenwald will in die Erklärung zur Lärmminderung im Abschnitt Auggen-Müllheim-Hügelheim weitere Maßnahmen zur Lärmreduktion einfließen lassen: In der Mitteilung wird daran erinnert, dass ab Juni 2013 ein lärmabhängiges Trassenpreissystem gilt. Die Nutzung der Trasse mit einem lärmintensiven Zug werde dadurch teurer. Damit werde eine lange aufgestellte Forderung der Region erfüllt. Die Graugusssohle als Bremseinrichtung an Güterwaggons werde in den kommenden Jahren schrittweise modernen Bremsvorrichtungen weichen. Die Bahn habe bereits mit der Umrüstung auf die sogenannte LL-Sohle begonnen. Die Umrüstung werde vom Bund gefördert, heißt es weiter, und bis zur Fertigstellung der Strecke Müllheim-Auggen nach 2021 weit fortgeschritten sein. Korrespondierend hierzu werde 2020 in der Schweiz aufgrund veränderter Lärmgrenzwerte ein faktisches Verbot der Graugusssohle in Kraft treten. Davon profitierten auch die Anwohner am Oberrhein, da die Güterzüge in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle auch durch die Schweiz fahren.

Zur Frage der niveaufreien Verknüpfung bei Hügelheim, die in der nächsten Projektbeiratssitzung erörtert wird, betonten Dammann und Schuster laut der Presseinfo, dass sich die Region in Stuttgart für einen 30-Minuten-Takt im Nahverkehr einsetze. Sollte die Landesregierung dem Votum folgen, würde die niveaufreie Verknüpfung von Alt- und Neubaustrecke in Hügelheim wahrscheinlicher. Mit den Bahn-Vertretern vereinbarte Schuster zudem eine transparentere Öffentlichkeitsarbeit in Fällen, in denen auf der alten Rheintalstrecke ausnahmsweise Güterzüge im Bereich von Bad Bellingen und Efringen-Kirchen fahren.

Autor: bz