Zauberhafte barocke Klangbilder

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Mi, 29. November 2017

Müllheim

Das international besetzte G.A.P. Ensemble gastierte in der Martinskirche in Müllheim.

MÜLLHEIM. Bei ihrem Konzertabend in der Müllheimer Martinskirche zelebrierten die Musiker des G.A.P. Ensembles die hohe Kunst der Barockmusik. Das Quartett, bestehend aus Emilio Percan (Barockvioline), Klaus-Dieter Brandt (Barockvioloncello), Luca Quintavalle (Cembalo) und Daniele Caminiti (Laute und Barockgitarre) hat sich mit seinem Kürzel nach dem italienischen Barockmeister Giovanni Antonio Piani benannt, der von 1678 bis 1760 lebte. Der geniale Musiker begann seine Karriere als Trompeter am Hof von Neapel und wurde später von Kaiserin Maria Theresia zum Leiter der Instrumentalmusik in Wien ernannt. Auf dem Programm des Ensembles standen neben einer Violinsonate von Piani Werke von Vivaldi, Scarlatti und Händel.

Zum Auftakt spielte das Ensemble Antonio Vivaldis Sonate in G-Dur (RV 25) für Violine und Basso-continuo-Besetzung, die in diesem Fall aus Violoncello, Cembalo und Barocklaute bestand. Entsprechend facettenreich waren die Klangbilder der sieben Sätze. Drei Allegros bildeten die stimmungsvolle Einführung. Eine feierliche Grave, eine fulminante Gigue, ein feingesponnenes Andante und als Finale ein tänzerisch beschwingtes Menuett wurden mit feinsinniger Musizierfreude und überzeugender Interpretation gespielt.

Die Suite in F-Dur Nr. 2 für Cembalo (HWV 427) von Georg Friedrich Händel bot Luca Quintavalle eine Vielfalt von Möglichkeiten, seine virtuose Kunst zu zeigen. Die heiteren Adagios und rasanten Allegros waren samt und sonders kleine Kunstwerke an Fingerfertigkeit. Es war wirklich erstaunlich, was für einen unglaublichen Klangreichtum dieses Instrument hervorbringen kann, wenn ein Künstler so darauf zu zaubern vermag, wie der Solist an diesem Abend.

Highlight und Mittelpunkt des Konzertes war natürlich die Darbietung der Sonate G-Dur op. 1,4 für Violine und Basso continuo von Giovanni Antonio Piani. Violinsolist Emilio Percan inszenierte die vier Sätze mit virtuosem Duktus, umspielt und umschmeichelt von den drei Basso-continuo-Instrumenten. Schon das schwungvolle Preludio ließ aufhorchen. Doch es gab noch Steigerungen, denn die kapriziös gestaltete Corrente, die reizvolle Allemande und das verträumte Adagio entführten die Hörer in eine Welt zauberhafter barocker Klangbilder. Mit dem Finale, dem furios gespielten Allegro assai, landete das Ensemble dann noch einen echten Publikumscoup. Es gab euphorischen Applaus für den Violinsolisten Percan und das gesamte Team.

Nach der Pause ging es weiter mit der Sonate in D-Dur op. 1,13 (HWV 371) für Violine und Basso continuo (Cembalo) von Händel. Im ersten Satz entspann sich ein andächtiger Dialog zwischen dem Soloinstrument und der Tastenbegleitung, der im verspielt dargebotenen Allegro fortgesetzt wurde. Das bedächtige Larghetto und ein weiteres munteres Allegro demonstrierten nachdrücklich die Spielfreude der beiden Musiker.

Überhaupt war das G.A.P. Ensemble den ganzen Abend über mit Herz und Seele dabei. Die Darbietung von Alessandro Scarlattis Sonate in C-Dur Nr. 3 für Violoncello und Basso continuo (Cembalo) brachte vier Sätze zu Gehör, die in ihren unterschiedlichen Stimmungen nuanciert ausgeleuchtet wurden: ein meditatives Largo, ein rasch-bewegtes Allegro, ein geradezu romantisches Amoroso und ein witzig-spritziges Presto.

Einen abschließenden Ohrenschmaus bescherte das G.A.P. Ensemble dem Publikum mit dem Vortrag von Vivaldis Sonate in F-Dur (RV 19). Anmut, Eleganz, musikantischer Witz und Ernst, dynamisches Feeling und natürlich technische Brillanz zeichneten diese festliche Darbietung aus.

Für den anhaltenden Applaus bedankten sich die Musiker mit zwei feinen Zugaben: dem ersten Satz aus einer g-Moll-Sonate von Händel und dem letzten Satz aus einer C-Dur-Sonate von Vivaldi. Fazit: ein Barockabend vom Allerfeinsten!