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14. Dezember 2013

Zwei Politiker, zwei Ansichten zur Bahn

Es geht um den Schienenbonus.

MARKGRÄFLERLAND (BZ). Zwei Bundestagsabgeordnete kommen nach dem Erhalt von Auskünften aus dem Bundesverkehrsministerium zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen, die sie in Pressemitteilungen darlegen. Es geht um den Schienenbonus auf der Bahnstrecke zwischen Hügelheim und Auggen.

Kerstin Andreae, Grüne, findet die Antwort auf ihre Anfrage nach dem aktuellen Planungsstand der Rheintalbahn zwischen Hügelheim und Auggen "ernüchternd". Das Bundesverkehrministerium interpretiere den Projektbeiratsbeschluss nach Gleichbehandlung zwischen den Abschnitten südlich und nördlich Hügelheims offensichtlich anders als die Bürgerinitiativen und Gemeinden, erklärt sie. Statt den faktischen Wegfall des Schienenbonus mit optimiertem Schallschutz durch höhere und längere Lärmschutzwände umzusetzen, würden von Fachleuten kritisierte Maßnahmen angekündigt. Das Bundesverkehrsministerium hatte ihr erklärt, dass zur Umsetzung festgelegt worden sei, Schienenstegdämpfer einzubauen und das Verfahren "besonders überwachtes Gleis" (BüG) einzuführen. Damit ist das regelmäßige Schleifen der Schienen gemeint, eine Maßnahme, die die Bürgerinitiativen der IG Bohr als ineffektiv ablehnen. Der Effekt von Schienendämpfern, so Andreae, sei laut einer Stellungnahme der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm mit etwa zwei Dezibel zu gering und je nach Hersteller vollkommen nutzlos. Offensichtlich stehe man beim Lärmschutz allen Bereisungen und Sonntagsreden des Spitzenpersonals von Ministerium und Bahn zum Trotz immer noch am Anfang. Und dies nach zehn Jahren Einsatz für die Rheintalbahn, besonders der Bürgerinitiativen.

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Armin Schuster, CDU, hingegen meint, dass verbesserter Lärmschutz beim 3. und 4. Gleis umgesetzt werde. Er hat sich ebenfalls ans Bundesverkehrsministerium gewandt. Staatssekretär Michael Odenwald, so Schuster, habe seine gegenüber den Bürgermeistern gemachten Zusagen über verbesserten Lärmschutz zwischen Auggen und Müllheim bekräftigt. Odenwald habe zugesichert, dass die Neubaugleise ohne Schienenbonus geplant würden – mit Schienenstegdämpfern und BüG sowohl für die Bestands- als auch für die Neubaustrecke. Zudem würden diese Fragen in der nächsten Projektbeiratssitzung erörtert, so Schuster.

Autor: bz