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13. Juli 2010 18:16 Uhr

Geschwindigkeitskontrollen

Tempo 30 auf Bundesstraßen: Fiskalische Fallensteller

Mit Tempo 30 auf Freiburger Bundesstraßen und der Überwachung durch Blitzgeräte erschließt die Stadt gleich zwei Einnahmequellen. Einheimische Gewohnheitsmenschen und durchreisende Urlauber.

Die Green City blitzt gelb-rot. Zumindest nachts und auf den Bundesstraßen, die sich einige uneinsichtige, womöglich auswärtige Umweltverpester und Lärmterroristen ausgesucht haben, um die beschauliche Schwarzwaldmetropole zu durchqueren. Ihnen knöpft nun das Amt für Öffentliche Ordnung ordentlich Wegezoll ab.

Zwar steht an jedem Grenzübergang, dass in Deutschlands geschlossenen Ortschaften Tempo 50 gilt, doch Näheres regelt die für Zusatzeinnahmen immer aufnahmebereite Stadtverwaltung. Die macht sich einerseits zunutze, dass sich Ortsunkundige auf die 50 km/h-Regel verlassen, und andererseits, dass der Einheimische ein Gewohnheitstier ist und blitzt ihn nachts bei Geschwindigkeiten, bei denen tagsüber keinerlei schlechtes Gewissen aufkäme.

Gewiss ist das Vorgehen der Stadt rechtens, doch das Zielen auf pädagogischen Erfolg sieht anders aus. Käme es der Stadt tatsächlich auf den Lärmschutz an, müsste die Beschilderung besser als nur "ausreichend" sein. Es wäre geboten, die Verkehrsteilnehmer klar und deutlich darauf aufmerksam zu machen, dass hier andere Gesetze gelten als im Rest des Republik, in der es flächendeckend üblich ist, auf leeren, vierspurigen Durchgangsstraßen schneller als 30 km/h zu fahren.

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Doch so reift im Ertappten nicht die Erkenntnis, zu schnell gefahren, sondern in die Falle gelockt worden zu sein. Bezeichnend ist, dass die Stadtverwaltung mit einem "Nachsteuern" noch bis zum Herbst warten möchte. Das Geschäft mit den Urlaubern möchte sie noch mitnehmen.

Mehr zum Thema: Blitzer im Dauereinsatz: Autofahrer tappen in Tempo-30-Falle

Autor: Frank-Thomas Uhrig