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07. Februar 2012
Bahnhofsareal in Münstertal soll in wenigen Monaten erschlossen sein
Bahnhofsareal in Münstertal soll in wenigen Monaten erschlossen sein / Einstimmiges Votum im Gemeinderat.
MÜNSTERTAL. Die derzeitige sibirische Kälte kann den tiefgreifenden Planungsschritten in Münstertal wenig anhaben. In diesem Jahr sollen die entscheidenden Weichen gestellt werden für wichtige Infrastruktur-Vorhaben in der Talgemeinde. Bei den Projekten Landstraßenausbau, Eisenbahn-Elektrifizierung, Bahnhofsareal-Neugestaltung inklusive Lebensmittelmarkt geht es längst nicht mehr um die Frage Ob, sondern nur noch um die Fragen Wie und eventuell Wann.
Das Bebauungsplangebiet "Bahnhofsareal" hat die Planungsphase bereits hinter sich und hat dieser Tage in öffentlicher Sitzung auch die Hürde des Gemeinderates genommen und das – nach einer von der CDU-Fraktion geforderten Ergänzung des Beschlussvorschlages der Verwaltung – sogar einstimmig. Dieser Beschluss beinhaltet die Ausschreibung der Baumaßnahme zur Erschließung des Plangebietes in einer finanziellen Größenordnung von knapp einer Million Euro.Die umfangreichen technischen Aspekte hatte das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro Team Rieber (ITR) aus dem schwäbischen Metzingen erarbeitet, vorgestellt von Ingenieur Jürg Volk. Technische wie finanzielle Schwergewichte sind die Tiefbauarbeiten für Schmutzwasser- und Regenwasserkanal, für Trinkwasserleitung, für Straßen, Gehweg und Busbuchten, für Park & Ride- und Bike & Ride-Plätze, die überwiegend im westlichen Bereich zwischen dem eigentlichen Marktgebäude und der Anschlussstelle Belchenstraße liegen. Dabei handelt es sich um Kanalstränge von 100 bis 250 Metern Länge, die allein zu Lasten der Gemeinde gehen – im Gegensatz zum Bahnhofareal östlich des künftigen Rewe-Marktes, für dessen Erschließung der Investor Concept Immobilien aufkommt. Da das Gesamtprojekt gewissermaßen von zwei Bauherren – der Gemeinde Münstertal und der Concept Immobilien GmbH aus Balingen – realisiert wird, werden sich auch die Kosten je nach Aufwand splitten.
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Dennoch muss die Gemeinde einschließlich Ingenieurhonoraren und Mehrwertsteuer mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro rechnen. Für das Anlegen von je 35 Park & Ride- und Bike & Ride-Plätzen sowie für eine öffentliche WC-Anlage wird die Gemeinde einen Zuschussantrag nach dem Entflechtungsgesetz (vormals Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) stellen und Mittel aus dem Ausgleichsstock 2012 beantragen. Diese Baumaßnahmen bezüglich des ÖPNV werden separat abgewickelt. Gleiches gilt für die Neugestaltung des Bahnhofgebäudes und des Bahnhofvorplatzes, die zu gegebener Zeit vorgestellt werden.
Angesichts der enormen Kostenhöhe plädierte die CDU-Fraktion zunächst für eine öffentliche Ausschreibung. Mit der vorgesehenen beschränkten Ausschreibung in einem Block erhofft sich der Investor günstigere Konditionen für beide Baupartner. Die Zustimmung zum Beschlussvorschlag der Verwaltung gab die CDU-Fraktion erst, nachdem Verwaltung und Planungsbüro "totale Transparenz" zugesichert hatten bei der Ausschreibung und bei der Vergabe der Erschließungsarbeiten – nicht zuletzt unter Einbeziehung und Ausschreibung auch an einheimische Firmen. Die Verwaltung rechnet mit der Submission und dem möglichen Baubeginn noch im März und dessen Ende bei günstigem Verlauf eventuell noch im Juli, formulierte Bürgermeister Rüdiger Ahlers den "ambitionierten Zeitplan". Das Votum des Gemeinderates erfolgte daraufhin einstimmig.
Autor: Manfred Lange
