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06. Juli 2010 14:37 Uhr

Bilanz

Brand in Kropbach: Mehrere Hunderttausend Euro Schaden

Nach dem Großfeuer am Rande des Münstertales versuchen Experten, die Brandursache zu klären. Der betroffene Bauernhof wurde komplett zerstört. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Hunderttausend Euro.

Dunkle, hoch aufsteigende Rauchschwaden kündeten am Montagabend kurz nach 18 Uhr den von Staufen, Bad Krozingen und Müllheim anfahrenden Hilfskräften bereits von weitem an, dass am Eingang des Münstertales etwas Schlimmes passiert sein muss. Und in der Tat, als die Feuerwehren aus Münstertal und wenig später auch die aus Staufen und Bad Krozingen vor Ort im Staufener Ortsteil Kropbach eintrafen, stand das große landwirtschaftliche Gebäude, der Schneiderhof, samt Wohnhaus in hellen Flammen.

Kurz nach 18 Uhr war bei den Rettungseinrichtungen der Notruf eingegangen. Mit rund drei Kilometern hatte die Feuerwehr Münstertal den kürzesten Anfahrtsweg. Diese war unter der Leitung ihres Kommandanten Johannes Geiger mit vier Fahrzeugen vor Ort. Großeinsatz hatte die Feuerwehr Staufen, die unter Einsatzleiter Thomas End mit neun Fahrzeugen – darunter einem Löschgruppenfahrzeug und einem bis zu 30 Meter ausladenden Teleskopmast – die Löscharbeiten bewältigte.

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Insgesamt – so die Aussage der Einsatzleitung – waren im Zuge der Brandbekämpfung 160 Feuerwehrleute (einer wurde leicht verletzt), 40 DRK-Helfer und 14 Fachleute vom Technischen Hilfswerk (THW) Müllheim/Breisach vor Ort. Sicherheitshalber war auch der Helikopter der DRF auf dem Wiesengelände zwischen L 123 und Neumagen eingetroffen.

Die Hausbewohner konnten sich in Sicherheit bringen

Die in 50 Metern vorbeiführende viel befahrene L 123 musste für gut zwei Stunden komplett gesperrt werden, da Löschwasser über mehrere B-Rohre aus dem rund 300 Meter entfernten Neumagen herbeigeschafft werden musste. Bei dem Großeinsatz wurden insgesamt 3000 Meter Schlauch verlegt, durch welche pro Minute über 4000 Liter Löschwasser auf den Brandherd gebracht werden konnten. Die Wehrleute mussten zudem mehrere Gasflaschen in einem angrenzenden Nebengebäude kühlen. Mit kühlendem Löschwasser eingedeckt wurde auch die kleine historische Kapelle auf dem Hofgelände.

Die sechsköpfige Familie der Hauseigentümer konnte sich ebenso wie die drei im Hause weilenden Feriengäste in Sicherheit bringen. Die Feuerwehrleute und Hilfskräften konnten sechs Schweine und 200 Hühner retten, weitere Hühner sowie mehrere Hasen und Katzen kamen im Feuer um. Das auf der Weide befindliche Großvieh einschließlich der Pferde blieb unversehrt.

Hinweise auf Brandstiftlung liegen nicht vor

Die Einsatzleitung lag in den Händen erfahrener Feuerwehrleute, unter ihnen Kreisbrandmeister Hansjörg Hagenbach aus Heitersheim und Kreisbrandmeister Alexander Widmaier aus Kirchzarten. Noch am Brandabend waren die Bürgermeister aus Münstertal und Staufen, Rüdiger Ahlers und Michael Benitz, vor Ort, die beide ihre Gemeinderatssitzungen unterbrachen und vor Ort der geschädigten Familie ihre Betroffenheit zum Ausdruck brachten und ihre Hilfe anboten.

Gegen 19 Uhr hatten die Wehrmänner den Brand zwar unter Kontrolle, dennoch war es notwendig, dass die ganze Nacht über die Feuerwehr Staufen an der hell erleuchten Unfallstelle mit 15 Mann Brandwache hielt, um ein erneutes Entflammen der immer noch glimmenden Strohballen im Scheunenbereich zu verhindern. Gegen die Wärmestrahlung wurden Nachbargebäude mit Schaum geschützt. Noch am Abend begann ein Bagger mit den Abrissarbeiten an dem zerstörten Gebäude, um die Überwachung der Brandstelle zu erleichtern. Ein Brandsachverständiger wird versuchen, die Brandursache zu klären. Das Polizeirevier Müllheim hat die Ermittlungen aufgenommen, Hinweise auf Brandstiftung, so teilt die Polizei mit, liegen nicht vor.

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Autor: Manfred Lange