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15. November 2017

Der Wald als sichere Einnahmequelle

Der Forsthaushalt beschert der Gemeinde Münstertal einen Gewinn von gut 100 000 Euro / Douglasie, Fichte und Tanne sind gefragt.

  1. Der heimische Wald ist nach wie vor eine sichere Einnahmequelle – das meint auch der zuständige Staufener Forstdirektor Herbert Stiefvater hier im Tiroler Grund Foto: Manfred Lange

MÜNSTERTAL. Mit rund einer Million Euro zählt der Forsthaushalt immer noch zu den größten Einzeletats im Kommunalhaushalt der waldreichen Gemeinde Münstertal. Jeweils in der zweiten Jahreshälfte wird der Vollzug des Forsthaushaltes für das vorangegangene Jahr vom Kreisforstamt, Forstbezirk Staufen, vorgestellt und vom Gemeinderat in der Regel abgesegnet.

So geschehen in der letzten öffentlichen Sitzung des Land- und Forstwirtschaftsausschusses. Mit einem Gewinnergebnis von 103 000 Euro aus knapp einer Million Euro Einnahmen zeigten sich Gemeinderäte, Verwaltung und Forstbehörde durchaus zufrieden, zumal die positive Waldbewirtschaftung um ein weiteres Jahr fortgeführt werden konnte. Gegenüber dem Jahr 2014 mit einem absoluten Spitzenüberschuss von 272 000 Euro gab es 2015 bereits einen deutlichen Gewinnrückgang auf 135 000 Euro und jetzt im Jahr 2016 nochmals auf nur noch gut 100 000 Euro, was aber fast punktgenau dem Planansatz entsprach.

Die Defizitjahre der Jahrtausendwende (wegen der Orkane "Lothar" 1999 und "Gerrit" 2005) sind Vergangenheit. Seit rund einem Jahrzehnt befindet sich der Wald im Münstertal in der Gewinnzone mit jährlichen Erlösen im jeweils unteren sechsstelligen Bereich. Der Wald – ob kommunal, staatlich oder privat – ist und bleibt eine Einnahmequelle, die von Geld- und Bankturbulenzen wenig beeinflusst wird. Das bestätigt sich heute ebenso wie vor 50 Jahren, als die neue Abt-Columban-Schule Mitte der 60er Jahre nur durch einen Holzsonderhieb im Gemeindewald finanziert werden konnte.

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Der tatsächliche Holzeinschlag lag 2016 nur knapp unter dem Planansatz von 16 500 Festmetern (fm). Als "zufriedenstellend und überraschend vital" bewertete Forstdirektor Herbert Stiefvater den derzeitigen Holzmarkt, obschon sich die Waldbesitzer und Forstleute einen etwas höheren Erlös wünschen würden. Durchaus erfreulich sei die anhaltend gute Nachfrage nach Stammholz vor allem auf dem Nadelholzmarkt, der im Forstjahr 2016 aus dem Münstertäler Wald beliefert wurde mit rund 2000 fm Douglasie, 2660 fm Fichte und 2120 fm Tannen. Geringere Nachfragen nach Buchenhölzern brachten 1200 fm Buchenstammholz und fast 1500 fm Buchenindustrieholz auf den Markt. Für den Holzeinschlag verantwortlich zeichneten im Jahr 2016 die gemeindeeigenen Waldarbeiter, die 7720 fm Holz zu Boden brachten, die beauftragten Unternehmer mittels Vollernter und Seilkran mit 5770 fm und die Selbstwerber mit 1570 fm.

In die Zukunft des Waldes, in Bestandspflege, Kulturen und Waldschutz, wurden laut Stiefvater Naturalinvestitionen mit einem Kostenaufwand von rund 50 000 Euro getätigt Über 4000 Jungpflanzen (Fichten, Tannen, Douglasien) wurden auf drei Hektar gepflanzt, eine Jungbestandspflege erfolgte auf acht Hektar und eine Kultursicherung wurde auf 45 Hektar durchgeführt.

Dank des Einschlages von 15069 fm mit rund 860 000 Euro Verkaufserlös führte die reine Holzernte zu einem Überschuss von fast 420 000 Euro. Dem standen Kosten für Schlepper-Unternehmer und Waldarbeiter von 307 000 Euro, für die Waldwegeunterhaltung inklusive vorbeugender Maßnahmen zur Vermeidung von Elementarschäden (Hochwasser) von rund 60 000 Euro gegenüber.

Investiert wurden in den Maschinenwegeausbau rund 9200 Euro und in den Fahrwegeausbau 10 500 Euro.

Der vorgelegte Vollzugsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2016 wurde vom Gemeinderat einhellig und zustimmend zur Kenntnis genommen.

Autor: Manfred Lange