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19. September 2015

"Nur mit echter Bürgerbeteiligung"

Vor der Bürgermeisterwahl in Münstertal: Rüdiger Ahlers’ Ziele.

  1. Rüdiger Ahlers Foto: Manfred Lange

MÜNSTERTAL. Von Wahlkampf ist weit und breit keine Rede. Das war auch nicht zu erwarten, nachdem die Meldefrist am 31. August verstrichen und kein einziger Bürgermeister-Konkurrent zu Amtsinhaber Rüdiger Ahlers in Münstertal auf der Bildfläche erschienen war. Bei einer Bewerbervorstellung hat Ahlers nun eine Bilanz der vergangenen acht Jahre gezogen und einen Ausblick gegeben.

Seine Präsentationstermine hat der Amtsinhaber jetzt beendet – fünf private Lokal-Termine auf dem Stohren, im Neuhof, in Krumlinden, in der Münsterhalde und im Wasen sowie die öffentliche Vorstellung in der Schulaula am vergangenen Mittwochabend. Den Besuch und die Diskussionen bei den fünf Lokalterminen in den Ortsteilen wertete Ahlers als durchaus positiv, und auch die knapp 100 Einwohner und Wähler, die am Mittwochabend in die Schulaula gekommen waren, dürfte Ahlers als positives Zeichen mit nach Hause genommen haben.

Die Vorstellung zu seiner Person konnte er äußerst knapp ausfallen lassen, denn nur ein einziger Besucher outete sich als absoluter Neubürger. Bürgermeisterstellvertreter Edwin Hofmann, gleichzeitig Vorsitzender des Wahlausschusses, führte mit leichter Hand organisatorisch durch den Abend.

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Bessere ärztliche

Versorgung im Tal

In einer knappen halben Stunde zog Ahlers in einem gerafften Überblick Bilanz über die vergangenen acht Jahre seiner Amtszeit und gab einen Ausblick auf künftige Vorhaben und Aufgaben.

Seiner Rede voran stellte er das Motto "Erfolg braucht miteinander". Nur mit echter Bürgerbeteiligung könnten Themen wie die Windkraftnutzung angegangen werden. In der Bilanzreihe der letzten acht Jahre nannte Ahlers unter anderem die neue Dorfmitte rund um Bahnhof, S-Bahn und Verbrauchermarkt mit Durchstich der Belchenstraße, die neue Kunstrasensportstätte im Wasen, die staatliche Anerkennung zum Heilstollen-Kurbetrieb, die neu organisierte Vereinsförderung und die auf 100 Prozent ausgebaute kommunale Dienststelle für die Land- und Forstwirtschaft.

Trotz langwieriger Verhandlungen sei der Verwaltungs- und Ratsbeschluss richtig gewesen, den Weiterbau der L 123 nur auf der sicheren Basis eines Planfeststellungsbeschlusses fortzuführen. Mit dessen Vorlage, so die Auskunft des Regierungspräsidiums, könne die Gemeinde noch im Oktober rechnen, sagte Ahlers, der damit bereits die Seite der künftigen Aufgaben aufgeschlagen hatte.

Engagiert geführte

Diskussionsrunde

Eine konkrete Veränderung und letztlich wohl auch eine Verbesserung werde es in der ärztlichen Versorgung im Tal geben, da in der ehemaligen Edeka-Filiale oberhalb der Apotheke ein Ärzte-Zentrum im Entstehen sei. Im Bereich der Energiewende sind zwei Klausuren angedacht innerhalb der Verwaltungsspitze und innerhalb des Gemeinderates, um alle verfügbaren regenerativen Energiearten (Holz, Sonne, Wasser und auch Wind) in den Prozess einzubinden. Gerade beim Thema Windkraft seien Kompromisse unumgänglich, nicht zuletzt im Hinblick auf die damit verbundene hohe Emotionalität, sagte Ahlers.

Im nahen Fokus der Gemeinde stünden die Schaffung einer Altenpflegeeinrichtung, wofür bereits kommunales Gelände in zentraler Lage im Gemeinderat diskutiert werde, aber auch die Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge, da die Gemeinde bei jetzt 32 zugewiesenen Personen mit den gemeindeeigenen Wohnungen am Ende der Fahnenstange angelangt sei. Die Suche nach gewerblich nutzbaren Flächen werde intensiv fortgesetzt, um einheimische Gewerbeinteressenten und damit Wertschöpfung und Arbeitskraft im Tal zu behalten.

Keinesfalls nachlassen werde die Gemeinde bei der Unterstützung der heimischen Landwirte, die anstelle von Milcherzeugern zunehmend zu Landschaftspflegern und Tourismusmanagern werden (müssen). Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wünscht sich Ahlers "Respekt und Anerkennung für das eigene Tun" – nicht zuletzt bei so "heißen" Themen wie dem Schulwesen oder der Windkraft.

In einer fast einstündigen und recht engagiert geführten Diskussionsrunde schnitten die Fragesteller erneut die Frage des mangelnden Wohnraums für Flüchtlinge wie auch für bedürftige einheimische Personen an. Der durch das Kartellamt eingeschränkte Holzverkauf durch staatliche Stellen liegt einigen Waldbesitzern ebenso auf der Magengrube wie auch die jüngste Kostenverdopplung des Gemeindemitteilungsblattes, das deshalb bereits etliche Bürger abbestellt haben. Das letztgenannte Thema ist bereits für die nächste Tagesordnung des Gemeinderates vorgesehen, versicherte Ahlers.

Autor: Manfred Lange