Pfarrer Hansjörg Neuhöfer ist mit 87 Jahren in Staufen gestorben

Manfred Lange

Von Manfred Lange

Fr, 25. August 2017

Münstertal

Der langjährige Pfarrer von St. Trudpert, Hansjörg Neuhöfer, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Zuletzt war Neuhöfer im Altenpflegeheim St. Margareten in Staufen betreut worden.

STAUFEN/MÜNSTERTAL. Der langjährige Pfarrer von St. Trudpert, Hansjörg Neuhöfer, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Zuletzt war Neuhöfer im Altenpflegeheim St. Margareten in Staufen betreut worden.

Persönlich und beruflich bedeutende Stationen waren für den am 15. Mai 1930 in Freiburg geborenen, der 1952 am Bertoldgymnasium Abitur machte, seine Theologie-Studien in Freiburg und München. Am 18. Mai 1958 wurde er im Freiburger Münster zum Priester geweiht. Nach Vikarstellen in Sinsheim, Philippsburg, Mannheim und Triberg ereilte ihn 1964 der bischöfliche Ruf zum Dienst eines Militärpfarrers. Von seinem damaligen Dienstsitz aus, dem Pfarrhaus in Schlatt, war er acht Jahre lang als Militärpfarrer und weitere zwei Jahre als Wehrbereichsdekan zuständig für mehr als 3000 Soldaten und deren Familienangehörige zwischen Karlsruhe und Lörrach, zwischen Rhein und Baar.

1975 stellte sich Neuhöfer dann in den Dienst der großen Pfarrei St. Trudpert in Münstertal. Aus Schlatt ins Tal mitgenommen hatte Neuhöfer damals die enge Verbindung zur Lazarus-Ordenskommende, deren "Grünes Kreuz" ihn nicht mehr los ließ. Das Aufgabenfeld des ältesten geistlichen Ritterordens liegt heute ganz im sozial-karitativen Bereich – ein Umstand, den sich Neuhöfer im besten Sinne "zunutze" machte und bereits im Jahr seines Dienstantritts in St. Trudpert die Gründung der Sozialstation Südlicher Breisgau mitinitiierte. 20 Jahre hatte er deren Vorsitz inne. Ende der 70er Jahre gab er den entscheidenden Anstoß zur Gründung des Lazarus-Hilfsdienstes (LHD). Unter dessen Regie gelang 1979 in enger Kooperation mit Pfarrhaus und Rathaus (mit dem damaligen Bürgermeister und heutigen LHD-Komtur und Ehrenbürger Karl Walz) die Gründung der Aktion "Essen auf Rädern" in Münstertal – eines Projekts, das seit nunmehr 38 Jahren auf dem ehrenamtlichen Dienst von fünf Fahrern beruht und das allein über Beiträge der LHD-Mitglieder und durch Spenden finanziert wird.

Nicht weniger emsig war Hansjörg Neuhöfer während seiner 25 Dienstjahre im eigenen Pfarrbüro in St. Trudpert. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer, Schuldekan und LHD-Komtur erfasste er im Lauf von unzähligen (Nacht-)Stunden in einer Art Sippen-Chronik alle seit dem Dreißigjährigen Krieg in Münstertal geborenen, lebenden oder gestorbenen Personen (die Schlatter hatten bereits einige Jahre zuvor eine solche Sippen-Chronik aus Neuhöfers Feder erhalten). Von ihm redigiert und im PC erfasst wurden auch Strohmeyers Tagebücher über dessen Wirken im Tal von 1909 bis 1945. Im kirchenbaulichen Bereich hinterließ Neuhöfer im Tal unter anderem eine neue Chororgel, einen Kreuzweg in der Pfarrkirche, ein auf sieben Glocken vervollständigtes Kirchengeläut und sechs renovierte Kapellen. "Um Staat und Gesellschaft verdient gemacht", so hatte der damalige Landrat Jochen Glaeser im Mai 1994 Pfarrer Neuhöfer gewürdigt, als er ihm das Bundesverdienstkreuz überreichte.

Im Jahr 2000 kehrte der Pfarrer zum Ruhestand in das Schlatter Pfarrhaus zurück, 2010 zog er mit seiner Haushälterin Anni Wider nach Staufen.

Die Eucharistiefeier mit anschließender Beisetzung ist vorgesehen für Freitag, 1. September, 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Trudpert. Statt Blumen sind Spenden an den Lazarushilfsdienst für dessen Aktion "Essen auf Rädern" erbeten (LHD-Konto: DE10 6809 2300 0000 0924 01).