Radmarathon für Genießer

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

Sa, 01. September 2018

Münstertal

Härteste Rennen, beste regionale Verpflegung: Münstertal im Zeichen des "Schwarzwald Super".

MÜNSTERTAL. Etwa 600 bis 700 Rennradler aus ganz Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas suchen am Sonntag von Münstertal aus das ultimative Schwarzwalderlebnis auf dem Rad. 260 Kilometer lang ist die Strecke, elf Gipfel und Pässe und insgesamt 6500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Damit ist der "Schwarzwald-Super", wie die Fahrt genannt wird, der nach Angaben des Veranstalters härteste deutsche Radmarathon.

Von Münstertal aus, wo die Fahrradfahrer bei der Belchenhalle starten und wo auch das Veranstaltungszentrum ist, geht es hinauf zum Hochblauen, auf den Schauinsland, den Kandel, den Hochkopf, den Thurner und noch viele Berge mehr. Die Fahrer können unter drei Strecken wählen. Nicht nur die Goldstrecke mit ihren 6500 Höhenmetern und 260 Kilometern, auch Silber- und Bronzestrecke haben es mit 4700 Höhenmetern und 3000 Höhenmetern, die zu bewältigen sind, durchaus in sich. Neben der sportlichen Herausforderung steht für die Organisatoren der Genuss im Mittelpunkt. Sie werben mit dem Slogan "Deutschlands härtester und leckerster Rennradmarathon." "Für viele ist der "Schwarzwald-Super" die längste und härteste Tour, die sie je gefahren sind, aber darum geht es nicht allein. Wir wollen ein tolles Erlebnis bieten, die Leute sollen die Strecke und das gute regionale Essen genießen. Es geht nicht darum, wer der Schnellste ist", sagt Johannes Kratzert aus Freiburg, der die Veranstaltung zusammen Laurin Schwarz bereits zum fünften Mal organisiert.

Kratzert und Schwarz sind selbst begeisterte Rennradfahrer und hatten sich selbst immer wieder die Gipfel des Schwarzwalds vorgenommen und erlebt, wieviel Spaß diese Touren machten. Beim ersten Schwarzwaldmarathon kamen 30 Teilnehmer, im fünften Jahr sind über 700 angemeldet. "Die Veranstaltung, die wir jetzt zum dritten Mal von Münstertal aus anbieten, hat sich etabliert. In der Rennradfahrerszene hat sie sich rumgesprochen, viele kommen jedes Jahr. Zahlreiche Leute von weiter her verbinden das Rennen mit einem Urlaub in der Region", sagt Johannes Kratzert, der wie sein Kompagnon als Fahrradkurier arbeitet und Fahrrad-Events organisiert. Großen Wert legen die Veranstalter auf eine gesunde und leckere Verpflegung der Teilnehmer an den sechs Verpflegungsstationen entlang der Strecke. Dort gibt es Buffets mit einer reichhaltigen Auswahl an Essen und Getränken. "Wir haben uns von Ernährungsberatern beraten lassen und Rezepte entwickelt, die regionale Speisen mit den Ansprüchen an die sportliche Herausforderung der Radtour vereinbaren. Essen und Getränke versuchen wir weitgehend regional und aus biologischem Anbau zu beziehen", sagt Kratzert. Also wird es neben Obst und Gemüse, Müsli, Salaten und Kuchen, auch Flädlesuppe, Käseknöpfle, Brägele und Fleischküchle statt der üblichen Riegel und Energy-Gels geben. Gerade die tolle Verpflegung werde von den Teilnehmern sehr geschätzt, meint Kratzert (40). In diesem Jahr habe man die Strecke bewusst nicht über Feldberg und Notschrei geführt, nachdem Teilnehmende aus dem letzten Jahr auf den starken Autoverkehr dort hingewiesen hätten.

Etwa 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen die Veranstalter, teilweise aus dem Freundeskreis, teilweise aus (Radsport)vereinen. Am Samstagnachmittag beginnt die Registrierung der Teilnehmer in Münstertal, anschließend findet eine Willkommmenstour von 50 Kilometern und ein Sprint-Wettbewerb statt, am Abend ein Pastaessen mit badischen Knöpfle. Die Fahrer der Goldstrecke starten am Sonntagmorgen ab 5.30 Uhr, die der Silber- und Bronzestrecke ab sieben und ab acht Uhr.

Das Team der Ferienregion Münstertal Staufen hat sich um die Unterbringung der vielen hundert Teilnehmer gekümmert. Größere Gruppen sind im Dekan-Strohmeyer-Haus und in der BDB-Musikakademie in Staufen untergebracht. In der Belchenhalle ist ein Matratzenlager eingerichtet. Selbst für Frühstück zu früher Stunde ab vier Uhr ist gesorgt. Andere Teilnehmer übernachten in Ferienwohnungen, Hotels, auf den Campingplätzen und im Wohnmobil. "Für uns als Ferienregion ist die Veranstaltung Gold wert", sagt Thomas Coch, der Geschäftsführer der Ferienregion, "besonders gut finde ich, dass die Veranstalter gezielt regionale Produkte verwenden. Das Essen wird alles frisch gekocht." Weitere Extras des "Schwarzwald-Supers" sind eine mobile Sauna und ein Physiotherapie-Angebot.

Weitere Informationen unter: http://www.schwarzwald-super.de