Steillagen machen Landwirten zu schaffen

Eberhard Groß

Von Eberhard Groß

Mi, 02. November 2016

Münstertal

Schleswig-holsteinischer Landwirtschaftsminister Robert Habeck informiert sich auf dem Glocknerhof in Münstertal.

MÜNSTERTAL. Bei den Grünen konkurrieren drei Männer um die Spitzenkandidatur für die nächste Bundestagswahl: Cem Özdemir, Anton Hofreiter und Robert Habeck. Letzterer ist Landwirtschafts- und Umweltminister von Schleswig-Holstein und hat kürzlich die Käserei Glocknerhof im Münstertäler Ortsteil Kaltwasser besucht.

Dort wollte er sich über Probleme der Landwirtschaft sowie über die Betriebs- und Produktionsweise und Vermarktung heimischer Produkte informieren. Begleitet wurde er von der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich und Vertretern des Grünen-Ortsverbands Staufen-Münstertal, Elmar Bernauer und Thomas Wiesler. Auch Bürgermeister Rüdiger Ahlers sowie Kuramtsleiter Thomas Coch kamen. Die Familie Markus Glockner und Cornelia Brenneisen bewirtschaftet in dritter Generation 60 Hektar Grünland, davon 40 Hektar Steilflächen. Zum Betrieb gehören außerdem 25 Kühe (mit Hörnern) und ebenso viele Ziegen nebst der jeweiligen Nachzucht. Alle Tiere sind in großzügigen Offenlaufställen untergebracht. Seit 1999 wird die gesamte Milch in der hofeigenen Käserei verarbeitet. Den Gästen wurden die schwierige Bewirtschaftung und die Produktionsweise vor Augen geführt. Dabei verwiesen die Landwirte insbesondere auch auf die Probleme der Landschaftsoffenhaltung. Die Tiere leisteten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege, da große Steilflächen nicht mit Maschinen bewirtschaftet werden können. Nach Angaben der Betriebsinhaber wird auf dem Glocknerhof kein Silofutter, sondern nur Gras und Heu ohne Zusatzstoffe verwendet und daher gentechnikfrei gearbeitet. "Gute Milch ist Voraussetzung für guten Käse" erklärten die Betriebsinhaber, wovon sich die Besucher selbst überzeugen konnten. Glockners verkaufen ihre Produkte im eigenen Hofladen, auf Wochenmärkten in der Umgebung und bei ausgewählten Wiederverkäufern.

Bei einem Imbiss im "Chäshüsli" ging es um die Frage, wie Landwirtschaft heute so funktionieren kann, dass Menschen davon leben können. Dabei wurde auf die Notwendigkeit der Förderung insbesondere in benachteiligten Gebieten hingewiesen, um Landwirtschaft und Landschaft zu erhalten. Gleichzeitig wurde die zunehmende Bürokratie bedauert. Nach der Besichtigung der Stallungen und der Produktionsanlagen stellte Habeck beeindruckt fest: "Toll, was hier auf dem Glocknerhof als Alternative zur allgemein üblichen Landwirtschaft geleistet wird."