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03. Februar 2012
SWEG verzichtet auf drittes Gleis im Kopfbahnhof
Bebauungsplan "Bahnhofsareal" in Münstertal liegt nochmals offen/ Mischgebiet erlaubt Gewerbe und Wohnungsbau.
MÜNSTERTAL (ml). Mitte September 2011 bedurfte es einer vierstündigen Mammutsitzung im vollbesetzten Foyer der Belchenhalle, um in öffentlicher Ratssitzung den "Bebauungsplan Bahnhofsareal" zu verabschieden und damit in die Offenlage zu bringen. Auf 162 Seiten mussten damals mehrere Dutzend Stellungnahmen von Behörden und Privatpersonen abgearbeitet werden, und auch jetzt – nach Abschluss der Offenlage – hatte sich der Gemeinderat erneut mit insgesamt 42 zum Teil viele Seiten umfassenden Bedenken und Anregungen zu befassen, einige davon zusammengestellt von Rechtsanwälten im Auftrag ihrer privater Mandanten.
Die Stellungnahmen vor allem von privaten Anliegern führten zu verschiedenen Änderungen der Verfahrensgrenze, was letztlich eine erneute Offenlage des Planentwurfs notwendig machen wird. Inhaltlich geht es unter anderem um eine Grundfläche, welche die Gemeinde an der Ostseite des Anwesens Schwarzwaldcafé an den Besitzer veräußert, damit dieser dort fünf private PKW-Stellplätze anlegen kann. Diese Fläche kann somit aus dem Bebauungsplanverfahren heraus genommen werden. Dennoch ist eine Erschließung über eine öffentliche Fläche von Norden her vorgesehen.
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Den privaten Grundstückseigentümern entgegen kommt die Änderung der Nutzungsart vom bisherigen eingeschränkten Gewerbegebiet zum Mischgebiet, so dass Gewerbe- und Wohngebäude zulässig sind. Das Gebäude des Lebensmittelmarktes erfährt nochmals eine (geringe) Verschiebung von 1,5 bis 3,5 Meter nach Westen, um damit vor allem den Eingangsbereich auf der Marktostseite großzügiger und sicherer zu gestalten. Die Konsequenz dieser Verschiebung bedeutet ebenso eine Westverlagerung der geplanten P&R-Stellplätze. Die vormals auf der Markt-Ostseite geplanten P&R-Plätze werden verlegt auf die Westseite und können über das Marktgrundstück angefahren werden. Die geplante Verbindungsstraße zwischen Marktgebäude und Belchenstraße wird statt der bisher vorgesehenen Breite von 5,5 Meter mit sechs Meter Breite in den Bebauungsplan aufgenommen, da hier nach dem Ausbau des etwa hundert Meter langen Straßenstückes auch Busse fahren werden. Die von der SWEG ursprünglich vorgesehene Spiegelung des dritten (südlichen) Bahngleises gen Westen wird entfallen, womit auch eine Reduzierung der Ausgleichsmaßnahmen und eine Kostenminderung einhergeht.
Stadtplaner Bernd Fahle, der im September das Bahnhofs- und Marktprojekt im Münstertal aus der Sicht des Planers als "ein Bilderbuch-Projekt zentraler örtlicher Versorgung" bezeichnet hatte, fasste die zahlreichen vorgetragenen Einzelargumente in thematisch zusammen gehörenden Sequenzen zusammen, über die Bürgermeister Ahlers das Ratsgremium schrittweise abstimmen ließ, was bei den allermeiste Fällen mit einstimmigem Votum erfolgte. Die notwendige erneute Offenlage kann – so Planer und Bürgermeister – auf zwei Wochen verkürzt werden. Im Rahmen der erneuten Offenlage können nur Stellungnahmen zu den geänderten oder ergänzten Teilen abgegeben werden, so der Wortlaut des einstimmigen Ratsbeschlusses.
Autor: ml
