Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. September 2017

Kunst

Die Kunsthalle Mulhouse zeigt Werke des Amerikaners Steve Roden

Die Kunsthalle Mulhouse zeigt Werke des Amerikaners Steve Roden.

  1. Blick in die Ausstellung Foto: Robert Wedemeyer

Steve Roden ist Künstler und Komponist beziehungsweise Klangkünstler in einer Person. Der Amerikaner gilt als wichtiger Vertreter des lowercase, einer minimalistischen Musikrichtung, die mit Geräuschen und Perioden der Stille arbeitet. Die Geräusche werden nicht produziert, sie sind natürlichen Ursprungs. Mit Aufnahmegeräten werden sie aufgezeichnet.

"Lowercase" – übersetzt bedeutet das Kleinschrift, und tatsächlich spielt Schrift in der Ausstellung der Kunsthalle Mulhouse eine prominente Rolle. In der Zeichnungsserie "Almond horizon" verbinden sich farbige Formen in Pastell mit Linienrastern und aufgereihten Begriffen, die wortspielerisch ineinander übergehen: indivisible, invisible, divine – unteilbar, unsichtbar, göttlich. Ein anderes Blatt häuft wie in einer Strafarbeit in Großbuchstaben die Wörter "noise" und "noisy" – Lärm und laut – aneinander.

Eine der frühesten Arbeiten, "Intimate" von 1990, ist eine Strickzeichnung aus bunten Wollfäden auf Stoff mit einem Knopf. Manche Zeichnungen ähneln Partituren. Es sind kryptische Notationen mit Zeichen wie Kreuzen, Dreiecken und Kreisen – oder grünen Punkten ("Green Score", 2009). Wieder andere Blätter entfalten Kompositionen rein visueller Art. "Wandering 25" zeigt die Rotationsbewegung einer abstrakten Form aus Buntstiftstrichen.

Werbung


Die Ausstellung versammelt als große Rauminszenierung neben Zeichnungen Klangwerke und Klangskulpturen sowie Filme. Im synästhetischen Zusammenspiel von Visuellem und Akustischem löst sich der Titel der Schau ein: "Wenn sich alles zerstreut, müssen die Teile wieder zusammengefügt werden."

Termine: La Kunsthalle Mulhouse, 16, Rue de la Fonderie. Bis 12. Nov., Mi bis Fr 12–18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa, So 14–18 Uhr

Autor: Hans-Dieter Fronz