Stocamine

Giftmüll bei Mulhouse soll nun doch geborgen werden

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Mi, 18. April 2018 um 10:53 Uhr

Südwest

42.000 Tonnen Giftmüll lagern seit Jahren in Wittelsheim bei Mulhouse unter der Erde. Die französische Regierung wollte sie bislang dort lassen. Doch nun scheint der Umweltminister umzudenken.

Die Zukunft des Sondermülllagers Stocamine in einem ehemaligen Kalibergwerk bei Mulhouse steht erneut auf dem Prüfstand. Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot will nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die untersuchen soll, ob und unter welchen Bedingungen es möglich ist, die noch unter Tage verbliebenen 42.000 Tonnen Abfälle nach oben zu holen und an anderer Stelle zu lagern. Ende 2017 sah es so aus, als wolle Hulot an der Position der Vorgängerregierung festhalten: Die teils sehr giftigen, das Grundwasser gefährdenden Abfälle sollten unter Tage mit Spezialbeton versiegelt werden. Sein Umschwenken zeigt, dass der anhaltende Protest der regionalen Politik und einer Bürgerinitiative zumindest gehört worden ist.

Nach einem Brand im Jahr 2002 wurde das Giftmülllager geschlossen

Nach dem Ende des Kalisalzabbaus war der Standort am Rande von Wittelsheim bei Mulhouse in den 1990er Jahren privatisiert und in eine unterirdische Sondermülldeponie umgewidmet worden. Damals war schon davor gewarnt worden, auf Dauer seien die Lagerbedingungen nicht sicher und die Abfälle aus Krankenhäusern und Industrieanlagen könnten langfristig das Grundwasser gefährden. 2002 hatte es dann in einem der Stollen – im sogenannten Block 15 – gebrannt. Stocamine wurde geschlossen. Danach dauerte es mehr als zehn Jahre, bis die Verantwortlichen, die ehemals elsässischen Kalibergwerke und deren Haupteigner, der französische Staat, die Bergung des Giftmülls in Angriff nahmen. 2014 hatte die Teilbergung der quecksilberhaltigen Säcke begonnen, die inzwischen beendet wurde. Der weitaus größere Teil des Giftmülls sollte mit Beton versiegelt werden.

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