Kunst

La Kunsthalle Mulhouse zeigt Arbeiten von Ane Mette Hol

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Fr, 17. Februar 2017

Mulhouse

Kunsthalle Mulhouse zeigt Werke von Ane Mette Hol.

"Vorsicht, fake!" ist man angesichts der Arbeiten von Ane Mette Hol auszurufen versucht. Zeichnungen der norwegischen Künstlerin, Jahrgang 1979, sind jetzt in La Kunsthalle in Mulhouse zu sehen. Doch was heißt hier Zeichnungen? Papierobjekte wäre auch kein schlechtes Wort für die Exponate. In einer früheren Ausstellung am selben Ort gingen Besucher achtlos an einem Stück Karton in einer Saalecke vorbei – das nicht gewöhnlicher, sondern gleichsam "künstlicher" Karton war. Das Kunstwerk als Imitation: Aktuell ist etwa ein Notizblock zu sehen, auch er in akribischer Arbeit mit Papier, Kohle, Blei- und Farbstiften der Wirklichkeit nachgebildet. Fak-simile, mach’s ähnlich scheint Ane Mette Hols Wahlspruch zu sein.

In unserer aufs Original fixierten Zeit gab und gibt es Künstler, die sich aufs Nachmachen verlegen wie Elaine Sturtevant oder Robert Gober. Ane Mette Hols Arbeiten sind Teil einer großen Strömung in der Kunst, die die Grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit, dem Alltag zumal zu verwischen sucht, aus dem bei Gober das Abgründige und Surreale lugt. Vice versa bringt uns diese Kunst die Künstlichkeit unserer Lebenswelt zu Bewusstsein.

Gebrauchsspuren sind bei der Norwegerin wichtig, die Geschichte eines Objekts, der Ort und Kontext einer Ausstellung. Es geht um Anwesenheit und Abwesenheit – das Kunstwerk als Stellvertreter. Als meditativen Prozess bezeichnet Ane Mette Hol ihre Arbeit, ihr Zentrum ist: Leere.

Termine: La Kunsthalle Mulhouse, 16, Rue de la Fonderie. Bis 30. April, Mi bis Fr 12–18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa, So 14–18 Uhr; 14./16. April geschlossen