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07. Januar 2012
Murg vor der Übernahme
Die Laufenburger Narronen haben längst Schläfer & Co. eingeschleust / Launiger Neujahrsempfang.
MURG. Von wegen "gedankenloser Austausch". Vielmehr animierte das von Präsident Armin Eschbach zum Neujahrsempfang der Murger Narrenzunft herausgegebene Motto am gestrigen Dreikönigsmorgen zu jeder Menge tiefsinnigen Gedanken in allerfeinster Narrenmanier – verfeinert mit einer gehörigen Prise Spott und Humor. Schon bei der Begrüßung eines betont gut aufgelegten Armin I. im Narrennest wurde klar: Die Narren stehen begierig in den Startlöchern, um ihren Humor endlich wieder unters Volk zu bringen.
Selbst das vorjährige Warten auf Narrengötti Dekan Peter Berg erübrigte sich heuer, denn mit dessen Nachfolger Dr. Wolfgang Fürst hat die Zunft einen Mann gekürt, "der als Mediziner eigentlich immer Zeit und den Arbeitsunfähigkeitsblock immer in der Tasche hat" (Eschbach). Und der noch dazu als Vizebürgermeister den an Dreikönig stets wintersportlichen Freuden frönenden Schultes vertritt. So war es an Fürst, über des Präsidenten Haupt für den "Fall aller Fälle" den blauen Murger Rettungsschirm aufzuspannen. "Strikt nach Einladungsliste", erstellt von Vize Wolfgang Büttner, begrüßte Eschbach die illustre Schar – und ordnete Gäste wie Mimi Brogli und Hort Anlicker von der Zunft Bad Säckingen oder Laufenburgs Elferratsehrenpräsident Bernhard Maier einfach der Sparte "Sonstiges" zu.Werbung
Die spontan vorgeschlagene Rubrik "Trinkfest" dürfte im nächsten Jahr zum Zug kommen – sofern es die Murger Zunft dann noch gibt. Denn Michael Wasmer, neuer Vize von Laufenburgs Narro-Altfischerzunft 1386, offenbarte die bis dato geheimen Hintergründe eines ganz besonderen Coups: "Laufenburg plant die Übernahme der Murger Narrenzunft." Der gesamte Zunftrat der Narronen sei in dieses strategische Unternehmen eingebunden: Dass Ehrensäckelmeister Klaus Rothmund seit vielen Jahren als Schläfer im Schlachthaus in Niederhof lebt, um der Kommandos zu harren, war da nur eines der Beispiele, die Wasmer (inzwischen selbst ein Murger Totenbühler) nannte. Sprach’s – und überreichte mit den Worten: "Wir fühlen uns immer sauwohl bei euch" schon mal Narro-Schirm und -Shirt, damit die Umstellung für die Murger später nicht so abrupt komme.
Eine Retourkutsche fuhr der Bad Säckinger Zunftmeister Joachim Butz für das quietschfidele Präsent der Murger aus dem Vorjahr. Der Vogelkäfig samt "Mimi" getauftem Inhalt habe Früchte getragen, verriet Butz. Daran wolle man natürlich auch die Murger teilhaben lassen: Die drei knusprig gegrillten Brathähnchen im Vogelkäfig sorgten jedenfalls ebenso für närrische Heiterkeit im Narrennest wie der portable Gedenkstein des Hotzen-Neunerrats Görwihl in Anspielung auf die aktuelle Kriegerdenkmal-Diskussion in Murg, verbunden mit dem Hinweis von Vize Klaus Flum an die Murger Narren: "Bliibet standhaft – sind wie e Mahnmal".
Thomas Kolbeck, nebenbei Vorsitzender der Laufenburger Roli-Guggers, erhielt im Rahmen des Neujahrsempfangs für 22-jährige Passivmitgliedschaft bei der Murger Narrenzunft die Urkunde und die Ehrennadel in Silber überreicht.
Autor: Hildegard Siebold


