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23. April 2013

390 000 Euro für Feuerwehr

Workshop erarbeitete ein Fahrzeugkonzept / Die beste Variante ist nicht die teuerste.

  1. Mit der Handpumpe von 1908, wie sie zuletzt bei der Herbstübung vorgeführt wurde, kommt die Feuerwehr nicht mehr weit. Foto: Brigitte Chymo

MURG. Bei der Feuerwehr Murg stehen in den nächsten Jahren Investitionen in beträchtlicher Höhe an. In einem Workshop wurden fünf Varianten erarbeitet, von denen die beiden bevorzugten Versionen Kosten von knapp 400 000 Euro verursachen werden. Damit wäre auch eine fast vollständige Erfüllung der Vorgaben gewährleistet. Grund zur Sorge bestehe derzeit nicht, heißt es in einer Vorlage an den Gemeinderat, bereits jetzt könne die Gemeinde 90 Prozent der Anforderungen gerecht werden.

Weil heuer die Aktualisierung des Brandschutzbedarfsplans ansteht, hatten sich der Murger Gesamtkommandant Stefan Fräßle, die Abteilungskommandanten von Murg/Niederhof, Oberhof und Hänner, Rolf Keller, Michael Dede und Martin Huber, Gerätewart Jürgen Widmann, Feuerwehrsachbearbeiter Manuel Polder und Rechnungsamtsleiterin Nicole Keller Ende März in einem siebenstündigen Workshop zusammengesetzt. Nun steht noch die Stellungnahme von Kreisbrandmeister Thomas Santl aus, weiterhin müssen Angebote für die Neubeschaffung von Fahrzeugen eingeholt werden. Am Gemeinderat ist es, in seiner Sitzung am Montag, 29. April, die beste Variante als Grundlage für den Brandschutzbedarfsplan auszuwählen.

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In einem 35-seitigen Konzept haben die Teilnehmer akribisch alle Aspekte untersucht, die für eine erfolgreiche Arbeit erforderlich sind, und den bisherigen Fahrzeugpark unter die Lupe genommen. Die Fahrzeugzusammensetzung im Ausrückbereich Nord, die Ausrüstung für Ersteinsätze sowie der Ausrüstungsstand für technische Hilfeleistungen sind im Moment optimal. Bemängelt wurde, dass kein Fahrzeug für Gerätetransport und Einsatznachbereitung zur Verfügung steht. Auch die Personaldecke ist eher dünn, die Personaltransportmöglichkeiten verbesserungsbedürftig, außerdem fehlt ein Boot für Wasserrettungen, und die Fahrzeuge sind teilweise sehr alt.

Für Übergangslösungen und auch langfristig geeignet

Die günstigste der fünf Varianten würde eine Viertelmillion kosten, aber die Aufgaben nur höchst unzureichend erfüllen. Die teuerste beliefe sich auf 450 000 Euro, ohne besser zu sein als die favorisierte Variante eins für 390 000 Euro bei 100-prozentiger Erfüllung der Vorgaben. Ebenfalls denkbar ist Variante fünf für knapp 400 000 Euro bei 90-prozentiger Vorgabenerfüllung. Der Charme der beiden präferierten Varianten bestehe darin, dass sie sowohl als Übergangslösungen bis zum Bau des Gerätehauses Oberhof-Hänner als auch als langfristige Lösungen geeignet seien. "Zur kompletten Umsetzung ist es jedoch unbedingt notwendig, den Bau eines gemeinsamen Gerätehauses weiter voranzutreiben."

Die Lieblingsvariante eins orientiert sich am aktuellen Brandschutzbedarfsplan und am aktuellen Fuhrpark, der bis auf die fehlende Transportmöglichkeit als sehr gut erachtet wird. Kurzfristig wäre der Kauf eines Gerätewagens nötig, die Beschaffung von Transport- und Löschfahrzeugen würde sich an der Haltbarkeit der bisherigen Wagen orientieren, die allerdings schon rund 30 Jahre alt sind – daher müsse man die neuen Wagen innerhalb von fünf Jahren beschaffen.

Autor: Michael Gottstein