Großeinsatz

Brand in Hänner – 130 Wehrleute können Haushälfte nicht retten

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Do, 12. September 2013 um 19:42 Uhr

Murg

Ein Brand in einer Doppelhaushälfte im Murger Ortsteil Hänner hat 130 Feuerwehrleute mehr als vier Stunden lang in Atem gehalten. Der Gebäudeteil musste am Ende abgerissen werden.

Ein Übergreifen der Flammen auf die andere Hälfte konnten die Einsatzkräfte verhindern. Menschen kamen bei dem Feuer im Bildstöckleweg nicht zu Schaden, der Bewohner ist derzeit nicht im Ort. Zunächst nicht zu überprüfen war, ob mehrere Katzen im Haus überlebt haben. Unklar blieben zunächst auch Brandursache und Schadenshöhe.

Glutnester, die sich immer wieder entzündeten, waren der Grund dafür, dass die Feuerwehrleute des Brandes trotz des Einsatzes von Unmengen von Löschwasser nicht Herr wurden. Der Murger Gesamtkommandant Stefan Fräßle führte diesen Umstand auf bereits eingestürzte Deckenteile zurück.

Rauch sorgt für Sichtbehinderungen auf der L151

Der Brand wurde nach Angaben der Polizei am Donnerstag um kurz nach 9.15 Uhr gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Doppelhaushälfte bereits in Vollbrand. Mit Atemschutzträgern wurde ein Innenangriff gestartet. Problematisch war – aufgrund der abgelegenen Lage am Ortsrand – die Wasserversorgung. Das Hydrantennetz brach schnell zusammen. Abhilfe konnte mit zwei Leitungen zur Hännermer Wühre geschaffen werden, erklärte Fräßle. Da die Atemschutzträger und deren Gerätschaften schnell verbraucht waren, entschied sich Murgs Gesamtkommandant, die Kameraden aus Laufenburg, Rickenbach und Wehr nachzualarmieren, die die Einsatzkräfte unterstützten. Der Großteil der nachalarmierten Wehrleute kam allerdings nicht zum Einsatz. Das Technische Hilfswerk (THW) versuchte, die Brandherde freizulegen. Da dies nicht möglich war, wurde ein Abrissbagger geordert. "Kaum ist das Wasser weg, geht es wieder los", so Fräßle mit Blick auf die immer neuen Rauchwolken. Zuvor rissen die Einsatzkräfte einen stark in Mitleidenschaft gezogenen Kamin ein, so dass weiter gelöscht werden konnte. Erst durch den Einsatz des Baggers konnten die verbliebenen Glutnester in Zwischendecken und der Isolierung bekämpft werden.

Der Brand hatte so viel starken Rauch entwickelt, dass die Feuerwehrwagen trotz Blaulichts nach zwei Metern nicht mehr zu sehen waren. Laut Polizei kam es auch zu Sichtbehinderungen für den Verkehr auf der L 151. Nach Einsatzende wurden alle Wehrleute vom Roten Kreuz vorsorglich auf eine Kohlenmonoxidvergiftung hin untersucht.

Bewohner auf Klinikaufenthalt

Der Bewohner des Hauses, ein in Hänner nicht unbekannter Mann, weilt derzeit offenbar in Salzburg in einer Klinik. Murgs Bürgermeister Adrian Schmidle und Ortsvorsteherin Hiltrud Wilms machten sich vor Ort ein Bild der Lage. Anwohner und der DRK-Ortsverein Luttingen verpflegten die Einsatzkräfte.

Die Gesamtfeuerwehr Murg war mit 50 Männern vor Ort, die Wehr aus Laufenburg mit 30 Kräften. Hinzu kamen sieben Kameraden aus Rickenbach und zwölf aus Wehr. Das Rote Kreuz war über die Einsatzzeit mit insgesamt 15 Kräften am Brandort. Weitere 14 Mann stellte das THW, zwei Mitarbeiter des Bauhofs halfen bei der Wasserversorgung.