Dekan Berg fand richtig närrische Worte

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Mo, 05. Februar 2018

Murg

Narrengottesdienst in Murg.

MURG (gsl). Der Narrengottesdienst in der St. Magnuskirche hat abermals viel Volk angezogen. Dekan Peter Berg kennt seine Schäflein, die Fasnacht ist ihm seit langem nicht fremd. Launiges und Erbauliches zum Start in das große Murger Narrentreffen zu hören, sei wichtig, so die Kommentare schon vorab auf den Kirchentreppen. "Feiern gehört für uns dazu, nach all dem wilden Treiben, hier zu fehlen – als Sünde wird das zählen", verkündete Berg in seiner Predigt.

Seine Reime folgten wieder den närrischen Versmaßen; Jambus und Trochäus kennt Berg auch sonst. Den Rhythmus wechselte er gekonnt wechselnd und schon war die Predigt fertig. "Das Fest des Lebens genießen, als sonniges Wesen, daran könnt die Welt genesen" oder "Nach kurzer Nacht, macht ein fröhliches Gesicht, das ist des Narren Pflicht". Die Bergsche Narrenpredigt ist nur so mit Spitzen gespickt, bleibt aber jederzeit im würdevollen Rahmen. Das ruft Schmunzeln unten auf den Kirchenbänken hervor. Die vielen Narren wissen um die seelsorgerische Begleitung. Sie kennen sie von Dekan Berg von vielen gekonnten Narrenpredigten vergangener Tage.

Rundum zufrieden waren die Narren. Dekan Berg fand immer den richtigen Ton im Gottesdienst. Selbst Guggenmusik gab es – und im Häs nahmen die Narren und die schrillen und bunten Wiiber und alte Schellen am Altar an der Eucharistie teil. Die Todtmooser Bürgermeisterin Janette Fuchs spendete der Kirche St. Magnus eine Jubiläumskerze.

Wohltuende Pflicht für das Narrenvolk

Und da der Kirchenkalender den Blasiussegen vorgesehen hat, sollten die Kirchgänger gegen Halskrankheiten und allem Bösen gesegnet sein. "Bisschen Narrenblut hat er in sich", klang es schon beim Auszug launig durch die Reihen. Für die Zunftmeister, Bürgermeister und das zahlreiche Narrenvolk war der Narrengottesdienst eine wohltuende Pflicht inmitten eines langen Fasnachtswochenendes in Murg.