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03. April 2009

"Eine dankbare Aufgabe"

Mit dem Hilfswerk Deutscher Zahnärzte engagiert sich Dr. Klaus de Cassan aus Murg in aller Welt

  1. Geteilte Freude ist doppelte Freude: Zahnarzt Klaus de Cassan mit philippinischen Straßenkindern Foto: PRIVAT

MURG. Wenn der Murger Zahnarzt Dr. Klaus de Cassan von seinen Einsätzen für das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte erzählt, vergeht die Zeit wie im Flug. In seinem Computer sind Bilder von Projekten in Südamerika, auf den Philippinen und in Kambodscha gespeichert. Die Menschen darauf freuen sich des Lebens, und mit ihnen strahlt de Cassan um die Wette. Seit mehr als zehn Jahren engagiert er sich für die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Elendsgebieten. "Wir arbeiten alle total ehrenamtlich", sagt er. Auch die Reisekosten sind sein eigenes "Vergnügen".

Das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) ist die größte zahnärztliche Hilfsorganisation im Land. Seit seiner Gründung 1987 hat es mehr als 850 Projekte in 60 Ländern realisiert. Das Jahresbudget von mittlerweile mehr als einer Million Euro stammt größtenteils aus dem Erlös von zahnärztlichem Altgold. De Cassan und viele seiner Kollegen drücken ihren Patienten nach der Behandlung einen kleinen Briefumschlag mit der Adresse des Hilfswerks in die Hand. Wer will, kann das Altgold samt unterschriebenem Spendenauftrag abschicken. In Hanau wird das Gold kostenlos eingeschmolzen und dem HDZ gutgeschrieben. So kommt eine beträchtliche Summe zusammen.

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Die Idee, mit diesem Geld Gutes zu tun, hatte 1981 der Göttinger Zahnarzt Carl Heinz Bartels nach dem Besuch einer Lepra-Station in Thailand. Ähnlich wie Bartels hat auch de Cassan die himmelschreiende Not vieler Menschen in den Elendsgebieten schwer beeindruckt. Als dann sein Freund Dr. Klaus Winter, mit dem er in Göttingen Zahnmedizin studierte, den Vorsitz des Hilfswerks übernahm, ließ de Cassan sich überreden, für das Referat Öffentlichkeitsarbeit Verantwortung zu tragen. Für ihn ist es eine ärztliche ethische Verpflichtung, über den Beruf hinaus etwas für die Menschen zu tun.

"Die Menschen fühlen sich
für das, was sie mit aufbauen, auch verantwortlich."

Klaus de Cassan
Seine Arbeit für das Hilfswerk besteht unter anderem darin, auszuloten, ob sich ein neues Projekt lohnt, ob also tatsächlich in eine neue Krankenstation, Klinik oder andere Einrichtung der Gesundheitsvorsorge investiert wird. "Wir arbeiten immer mit Einheimischen zusammen und kaufen das Material vor Ort. Das ist zum einen kostengünstiger und außerdem von Dauer, weil sich die Menschen für das, was sie mit aufbauen, auch verantwortlich fühlen."

Etwa zweimal im Jahr reist der 65-jährige Murger Zahnarzt mit Wohnsitz im Rickenbacher Ortsteil Altenschwand durch die Welt. "Das geht nur, weil meine Frau Michaela, die auch Zahnärztin ist, sich um unsere Patienten kümmert." Vor wenigen Tagen kam er aus Kambodscha zurück. Den "Aufbauorden in Gold", mit dem er und Winter vom kambodschanischen Gesundheitsminister ausgezeichnet wurden, hat er in der heimischen Schreibtischschublade verschwinden lassen. Ein bisschen stolz ist er trotzdem. Denn das Hilfswerk hilft seit zehn Jahren, die gesundheitliche Versorgung der Khmer-Bevölkerung zu verbessern. Erst kürzlich wurden der zahnmedizinischen Fakultät der Universität in Phnom Penh 30 Zahnarztstühle überreicht. Eine stattliche Summe wanderte auch in den Bau einer neuen Hautklinik. "Der kambodschanische Klinikchef hat in Deutschland seine Facharztausbildung absolviert. Wir sind absolut davon überzeugt, dass die Spenden dort sinnvoll angelegt sind", so de Cassan.

Wie sehr ihm seine Arbeit für das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte am Herzen liegt, spürt man auch, wenn man mit ihm gemeinsam die Bilder des Straßenkinderprojekts Don Bosco Tuloy in der philippinischen Hauptstadt Manila anschaut. Dort leben und lernen 500 Kinder handwerkliche Tätigkeiten, also Fertigkeiten, mit denen sie später ihr Leben bestreiten können. "Solange es die Gesundheit zulässt, mache ich weiter", ist sich Klaus de Cassan sicher. "Dieses Ehrenamt ist eine dankbare Aufgabe."

Informationen zum Hilfswerk im Internet: www.hilfswerk-z.de

Autor: Elisabeth Frieling