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04. Februar 2012
Gemeinde braucht neues Bauland
Hohe Geburtenrate, zugleich aber Verluste durch Abwanderung.
MURG. Murg hat zwar eine der höchsten Geburtenraten im Kreis, verliert jedoch Einwohner durch Abwanderung. Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass in der Gemeinde kaum noch Bauflächen zur Verfügung stehen. Insgesamt wird ein Bedarf von neun Hektar Bauland für Wohnen und Gewerbe prognostiziert. Im neuen Flächennutzungsplan werden zwischen zwölf und 14 Hektar ausgewiesen (weil auch Alternativflächen in die Planung aufgenommen werden).
Der Gemeinderat hat der Fortschreibung des Flächennutzungsplans durch die Verwaltungsgemeinschaft, der neben Murg auch Bad Säckingen, Herrischried und Rickenbach angehören, einmütig zugestimmt. "Aus unserer Sicht wurden die Belange von Murg ausreichend berücksichtigt", argumentiert die Verwaltung. Die Bürger können in den nächsten zwei Wochen die Pläne einsehen und Bedenken und Anregungen vorbringen.Vor allem im dicht besiedelten Rheintal sind die Flächen knapp, wie Peter Heinrich Egi von der Planungsgruppe Südwest darstellte. Murg prüft daher, ob die Realisierung der größeren Reservefläche für Wohnbauten im Gebiet Auf Leim wirtschaftlich zu realisieren ist. Als Alternative wird eine Erweiterung von Groß-Ehrstädt aufgenommen. Im alten Flächennutzungsplan gibt es noch Reserven bei den gewerblichen Bauflächen, etwa im Bereich der H. C. Starck (Werk Enag) im Osten und in der Schwarzematt. Erweiterungen sind in den Weiheräckern möglich. Auch das Gewerbegebiet entlang der Bahnlinie bietet sich für eine geringfügige Erweiterung an, weil die Gemeinde Flächen von der Deutschen Bahn zugekauft hatte.
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In Niederhof bietet sich der innerörtliche Freibereich Saffergarten als Entwicklungsfläche an – eine Schließung von Baulücken wird heutzutage favorisiert, um den Flächenverbrauch zu senken. Da die Erschließung des Saffergartens von der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer abhängt und diese nicht vorhersehbar ist, wird als Alternative der Scheuerrain aufgenommen. Gewerbe könnte sich nördlich des Feuerwehrgerätehauses ansiedeln. Flächen von 1,8 Hektar wurden herausgenommen, weil sie nicht mehr benötigt werden oder unter Naturschutz stehen.
In Oberhof werden 2,7 Hektar Bauland ausgewiesen, besonders in den Bereichen Bettenen und im Spitelhau, der abschnittsweise erschlossen werden soll. In Hänner, das durch einen weitläufige Siedlungsstruktur geprägt ist, sind Abrundungen an Brenntenstraße, Kirchbergstraße und Bildstöckleweg möglich. Zudem bietet sich die Erweiterung von Oberdorf-Süd an. Ortsvorsteherin Hiltrud Wilms (CDU) kritisiertee, dass die Erwähnung dieses Areals "wie aus heiterem Himmel" gekommen sei. "Das ist ein Beispiel dafür, dass man die Zusammenarbeit etwas verbessern könnte."
Ratsmitglied Wolfgang Fürst (Freie Wähler) rief in Erinnerung, dass man schon vor Jahren Vorrangflächen für Windkraftwerke bei Hänner ausgewiesen habe. Dort sei es zurzeit möglich, drei Anlagen zu errichten, meinte Egi. Eine Erweiterung sei denkbar, und dazu könne man auch einen Teil-Flächennutzungsplan machen, der von dem allgemeinen Verfahren abgekoppelt sei. Allerdings, erklärte Bürgermeister Adrian Schmidle, sei nach dem aktuellen Windatlas vor allem die Westkante des Hotzenwaldes für die Erzeugung von Windenergie geeignet. Die Standorte bei Hänner seien eher weniger windhöffig.
Autor: Michael Gottstein
