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04. Februar 2012

Leserbriefe

KRIEGERDENKMAL MURG

Wie verklärt muss die Sichtweise sein?
Zur Diskussion ums Murger Kriegerdenkmal und dessen Standort auf dem Schulhof erreichten uns zwei weitere Leserbriefe.

Wie viel Blindheit auf dem rechten Auge ist eigentlich erforderlich, um in der martialischen Skulptur, die als "Kriegerdenkmal" bezeichnet wird, nicht zu erkennen, dass es sich um reine Nazi-Propaganda handelt? Wie verklärt die Sichtweise, um darin defensives Verhalten zu deuten? Die Repressalien, die den Deutschen als Resultat des Ersten Weltkrieges auferlegt wurden, waren übertrieben und ungerecht. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich verständlich, dass eine Skulptur mit einer solchen Symbolkraft und einer Gestik von: "jetzt reicht’s, wir sind wieder da, zieht euch warm an…" bei der gedemütigten und gebeutelten Bevölkerung auf fruchtbaren Boden fiel. Klar ist aber, dass diese Skulptur als propagandistisches Instrument von den Nazis, zum damals vielleicht unbekannten, heute allerdings bekannten Zweck errichtet wurde. Zu was das dann führte, musste die Welt leidvoll erfahren. Im Nachhinein betrachtet, muss für die Gefallenen diese Skulptur als blanker Hohn empfunden werden. Für diejenigen, die es vergessen haben: 60 Millionen Tote und unendliches Leid waren das Resultat. Thomas Vogt, Murg Keinen Murger Bürger beschimpfen wollen

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Mit meinem Leserbrief vom 26.Januar wollte ich keinen Murger Bürger beschimpfen oder gar in die sogenannte rechte Ecke stellen, wie von Herr Ebner (Leserbrief vom 1. Februar, Anm. d. Red.) behauptet. Sollte das wirklich so herübergekommen sein, möchte ich mich in aller Form dafür entschuldigen. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass dieses aus der damaligen Sicht sogenannte Heldendenkmal aus der heutigen Sicht der Dinge, die alle passiert sind, in unsere Welt nicht mehr passt. Denn die jungen Männer und Frauen, die in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben lassen mussten, waren keine Helden, sondern einfache Menschen, die im Namen des Volkes geopfert wurden. Diese Menschen haben meiner Meinung etwas besseres verdient als dieses aus heutiger Sicht gesehen "fragwürdige Denkmal".
Karlheinz Eichkorn, Laufenburg-Binzgen

Autor: Thomas Vogt, Murg