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04. Februar 2011 00:04 Uhr

Nina Kanitz

Mode: Junge Murgerin gewinnt internationalen Fashionpreis

Eine Modedesignerin aus Murg besticht bei einem internationalen Wettbewerb mit ihren Entwürfen: Nina Kanitz ist unter den Gewinnern des "European Fashion Award Fash 2011".

  1. Nina Kanitz Foto: Gregor Hohenberg

  2. Erfolgsmodell: eines der beiden Kleider, die die Murgerin Nina Kanitz für den Wettbewerb entworfen hat. Foto: Gregor Hohenberg

MURG. Die 25-Jährige, die in Berlin Modedesign studiert, hat sich mit sechs anderen jungen Modeschöpfern gegen 77 Konkurrenten durchgesetzt. Belohnt wurde sie bereits mit einem Fototermin. Am Sonntag folgt die Preisverleihung in München.

Selbst trägt sie eher schlichte Kleidung, ihren Stil bezeichnet sie als klassisch. Im Stadtbild, sagt sie, würde sie gewiss nicht auffallen. Kaum einer würde auf die Idee kommen, dass sie Modedesign studiert. Dabei lebt Nina Kanitz für Mode.

Zwei Jahre lang habe sie schon mit dem Wettbewerb der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie (SDBI) geliebäugelt. Aber ihr Modedesignstudium an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin habe sie voll in Anspruch genommen, erzählt sie. Ein Auslandssemester in Valencia hat es schließlich möglich gemacht: "In Spanien hatte ich genug Zeit und wollte sie sinnvoll nutzen", sagt Nina Kanitz.

Zu dem Thema "Attention please!?" entwarf sie zwanzig Outfits. Im Rahmen der Ausschreibung sollten sich Jungdesigner mit öffentlicher Zurschaustellung und Hascherei nach Aufmerksamkeit auseinandersetzen. Nina Kanitzs Kollektion geht nicht in die erwartbare Richtung Glamour, sondern beschäftigt sich mit dem Gegenteil, dem Rückzug aus der Gesellschaft. Der Titel ihrer Modereihe ist Einsamkeit. Wichtiger als um Aufmerksamkeit zu kämpfen, sei es, mit einem leisen Auftritt wahrgenommen zu werden, so Nina Kanitz . Konkret wurden aus diesem abstrakten Gedanken körperbetonte Schnitte, verrauchte Farbtöne wie grau und altrosa und ruhig drapierte, fließende Seidenstoffe. Zwei Kleider gab Kanitz in den Wettbewerb zusammen mit einer Analyse des heutigen Bekleidungsverhaltens und dem Konzept ihrer Kollektion.

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84 Studierende von 46 Hochschulen haben an dem Nachwuchswettbewerb teilgenommen, berichtet Joachim Schirrmacher, Vorsitzender des Stiftungsbeirats. Seit 2005 schreibt die SDBI den Wettbewerb aus, dieses Jahr zum ersten Mal weltweit. "Modestudierende sind von Anfang an in globale Konkurrenz eingebunden", erklärt Schirrmacher.

"Von klein auf hatte ich den Wunsch, etwas mit Mode zu machen."
Nina Kanitz
Und in dieser Konkurrenz hat Nina Kanitz sich behauptet. Zusammen mit sechs anderen Jungdesignern gewann sie einen Fototermin mit dem Modefotografen Gregor Hohenberg in Berlin. Dort wurden die Entwürfe der Studenten an Models ins beste Licht gerückt. Auf der Sportartikelmesse ISPO in München erhalten die Designer einen Messestand.

Von klein auf habe sie den Wunsch gehabt, "etwas mit Mode zu machen", erzählt die braunhaarige Studentin. Schon in der Schule habe für sie festgestanden, dass sie nach Berlin ziehen und Modedesign studieren würde. "Das habe ich dann auch gemacht", erzählt Nina Kanitz. Modezeitschriften habe sie schon als Kind gerne gelesen. Ihre Großmutter könne man als modebesessen bezeichnen. Vielleicht habe die sie bei ihrem Berufswunsch beeinflusst. Was Mode für sie bedeutet? Ein kleiner Moment des Glücks.

Nina Kanitz weiß noch nicht, was sie auf der Preisverleihung am Sonntag erwartet. Sie könnte einen Geldpreis bekommen oder das Angebot, in einer großen deutschen Modefirma ein Praktikum zu machen. Studiert hat sie jedoch erstmal genug. Einen Master möchte sie im Anschluss an ihren Bachelorabschluss in zwei Wochen vorerst nicht machen. Stattdessen will sie praktische Erfahrungen sammeln: "Ich habe total Lust zu arbeiten."

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Autor: Charlotte Janz