Publikum feiert Akteure mit "Mille grazie"

Hildegard Siebold

Von Hildegard Siebold

Mo, 20. Februar 2017

Murg

Großer bunter Abend der Narren in Murg bot vier Stunden lang eine begeisternde Mischung aus Humor, Klamauk, Musik und Tanz, untermalt von südländischem Flair.

MURG. Bravo, Bravissimo: Ein Hauch von südlichem Flair mischte sich unter die Farbenpracht des großen bunten Abends in Murg, der über vier Stunden hinweg eine begeisternde Mischung aus Humor, Klamauk, Musik und Tanz auf die Bühne in der Murgtalhalle brachte. Das Publikum feierte das kurzweilige Spiel der Akteure am Ende mit viel Applaus und "Mille grazie".

"Zwei kleine Italiener …": Jeder kennt den Siegertitel der deutschen Schlagerfestspiele 1962, der Conny Froboess zum Schlagersternchen kürte. Und ebenso jeder kennt – zumindest in Murg – Luigi "Gino" Maenza, seines Zeichens Wirt der Frohen Einkehr. 42 Jahre musste Luigi dort seine Pizzen backen, bis er es am Samstag endlich auf die Narrenbühne schaffte – in Person von Zeremonienmeister Johannes Dietrich. Der schlüpfte nämlich als Moderator des bunten Abends 2017 der Narrenzunft Murg in die Rolle des beliebten Gastronomen. Da waren humorige Anekdoten programmiert, schließlich sind Stammtische in Murg eine solche Rarität, dass sie die Suchtklinik in Bad Säckingen besser in Murg gebaut hätten. "Do kriegsch eh nix zum Suufe", ulkte Luigi-Johannes. Während Amigo mio Adriano (Schmidle) sich der schorle-servierenden Aufmerksamkeit Luigis sicher sein konnte, gerieten andere wie der Maestro di Pisicina Wolf(i)gang Büttner und der Trainer der neuen Fußball-Spielgemeinschaft Niederhof-Binzgen ins Schussfeld des Einkehr-Wirts. Sei Letzterer doch letztens absichtlich über eine rote Ampel gefahren: "Er wollte endlich mal wieder Punkte kriegen – und sei es auch nur ein Flensburg."

Apropos SG Niederhof-Binzgen: Die neue Partnerschaft wirft Trainings-Probleme auf. Die einen stehen auf dem Sportplatz in Murg, die anderen in Niederhof und der Rest in Binzgen. "Die wissen ja gar nicht mehr wohin", ulkten die Fährigeister Christoph Schmid und Tobias La Fiura, die als Denkmal-Krieger auf die Bühne kamen. Mit ihrem vieldiskutierten neuen Standort in der Mitte haben sie sich mittlerweile arrangiert: "Immer no besser als uff’m Friedhof."

"Vo de Wolke sieben bin ich wieder do – dieses Jahr als etwas schmaleres Exemplar": Weil Hasta-la-vista-Zapf-Christa Hans-Jürgen Dietrich krankheitsbedingt ausgefallen war, sprang spontan Sohn Johannes ein: "Über den Text müsst ihr euch an anderer Stelle beschweren", stellte die "klei Zapf Christa" gleich klar, bevor er den närrischen Zeigefinger erhob: "E Krankehus ums Eck isch viel wichtiger wie e pflaschterti Stroß." Und erst die Bahn: Wann endlich gelingt es, eine gemeinsame Regio-Karte für Lörrach und Waldshut zu schaffen. "Adrian, druck uff d’Tube und zeig’s dene Schlofhuube."

In lang vergangenen Toffifee-Träumen schwelgte in einem feinsinnig-humorigen Sketch ein alterndes Damen-Quartett von Gesund und fit in Oberhof. "Burn-out ist was für Anfänger, ich hab schon Fuck-off." Von wegen verblüht, gab’s da doch den süßen Zivi: "Ich will den Mann, das was er kann, die Pizza Calzone kommt erst viel später dran." So kann selbst Essen auf Rädern was ganz Besonderes sein.

Weniger feinsinnig, dafür umso gnadenloser ist der Humor der zwei alde Schälle – ’s Marieli und d’ Fridline alias Joachim "Jogi" Hilpert und Görwihls Hotzenneuner Klaus Flum. Das Lachsalvengeschwader kalauerte wieder mächtig, dieses Mal im Betstuhl und im neuen Kleid: Frühling im Herbst trug ’s Marieli heuer, gerade frisch avanciert zum Model für Tagesdecken, frei nach der Devise: "Ich geb den Kalorien ein Zuhause."

Willkommene Erholung für das malträtierte Zwerchfell boten die wunderschönen Tanzchoreografien der Mädels vom Turnverein Murg, der Schattentanz der Rheinsberghexen und der Puppentanz von Fährigeist Adrian Keller.

Eine Bereicherung für jeden bunten Abend sind die feschen Gardedamen aus Görwihl, die das Auge mit ihren flotten Tänzen betörten, bevor die Gugge Brass Band Murg den Narrensound für die Ewigkeit auf die Bühne brachte. Und dann war wieder Zwerchfellzeit: beim heißen Nackedei-Handtuchtanz der Schleuserbande und bei der orientalisch angehauchten Darbietung des grazilen Elferballetts, frei nach der Devise: "Ein rechts Mannsbild hat einen rechten Bauch."

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