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17. August 2017 10:46 Uhr

Schluchsee

Museen bekunden Interesse an totem Wolf

Im Fall des erschossenen Wolfes vom Schluchsee werten Kriminaltechniker der Polizei Freiburg die Spuren an den Geschossteilen aus. Mehrere Museen interessieren sich für das tote Tier.

  1. Ermittler suchen nach der Person, die den Wolf im Hochschwarzwald erschossen hat. Foto: dpa

Wann mit einem Ergebnis der Untersuchung zu rechnen ist, sei noch unklar, sagte ein Sprecher. Der Wolf war am 8. Juli im Schluchsee im Schwarzwald gefunden worden. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wurde er erschossen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg führt ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz.

Interesse von Museen

Als Beweismittel wird der Wolf nach Angaben des Umweltministeriums aufbewahrt, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Was danach mit ihm passiere, müsse noch entschieden werden. Mehrere Museen haben Interesse bekundet, darunter auch das Haus der Natur am Feldberg.

Hauk sieht Gefahr für Bauern

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) kann sich einem Zeitungsbericht zufolge einen Abschuss von Wölfen unter Umständen vorstellen. Wenn die Bewirtschaftung von Weiden durch den Wolf gefährdet wäre, "dann würde ich mich klar gegen den Wolf entscheiden", sagte er der Heilbronner Stimme am Samstag. "Dann wäre der Punkt gekommen, an dem wir sagen müssten: Der Wolf passt in diese dicht besiedelte Kulturlandschaft nicht mehr hinein, er muss abgeschossen werden." Für ihn sei klar: lieber eine Art weniger als 10, 20 oder 30 andere, die aussterben müssten, sagte Hauk dem Blatt. Er sieht die Gefahr, dass Bauern das Interesse an der Weidehaltung wegen des Wolfes verlieren könnten.

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Auf Artenschutzrecht aufmerksam machen

"Ich bin mehr als erstaunt, dass seitens des Kollegen Hauk der illegale Abschuss eines Wolfs dermaßen bagatellisiert wird", sagte die Bundestagsabgeordnete für den Hochschwarzwald, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium ist, in einer Reaktion auf Hauks Äußerungen. "Wir sprechen immerhin über eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Ich erwarte vom zuständigen Landesminister das Drängen auf eine sorgfältige Ermittlung der Umstände und einer entsprechenden Positionierung", sagt Schwarzelühr-Sutter.

Statt die Mär vom bösen Wolf zu nähren, sei ein Landesminister immer noch verpflichtet, das geltende Artenschutzrecht zu achten und darauf aufmerksam zu machen. "Bei allem Verständnis für die Sorgen und Ängste von Nutztierhaltern: Der Wolf ist ein Raubtier, das in seine Heimat zurückkehrt. Die Jagd auf einzelne Wölfe trägt aber nicht dazu bei, dass weniger Nutztiere gerissen werden", so die SPD-Abgeordnete, die damit an den illegalen Abschuss des Wolfs erinnerte, der am 8. Juli tot im Schluchsee gefunden worden war.

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Autor: lsw, sgi