Musik mit Freunden

Reiner Kobe

Von Reiner Kobe

Mo, 12. Februar 2018

Rock & Pop

Am Samstag stellt Ray Austin sein neues Album "A Piece of Heaven" in Freiburg erstmals in der Öffentlichkeit vor.

Fröhlich und beschwingt singt Ray Austin von "einem Stück Himmel". "Sein Gesang verstreut Wärme mit Ausdruck und Intimität", schrieb einst eine große deutsche Tageszeitung. Der Freiburger Singer/Songwriter hat sein neues Album unter das Motto "A Piece of Heaven" gestellt, als Hommage an seine Frau, mit der er seit über 40 Jahren zusammen ist. "Sie hat für mich aus einem bescheidenen Heim ein Stück Himmel gemacht", sagt Ray Austin stolz und lehnt sich entspannt zurück. Dazu hat der 73-Jährige auch allen Grund, denn nach einem Jahrzehnt hat er sich wieder mit seinen Freunden im Aufnahme-Studio getroffen. Das fertige Produkt ist beim Osnabrücker Wonderland-Label erschienen, bekannt für exzellente Technik. Den Produzenten Peter Finger kennt Austin seit einigen Jahren, für ihn ist er "ein feiner Kerl".

Das gesamte Album ist Austins Lieblings-Songwritern gewidmet und birgt "alles, was mir über die Jahre zu spielen Spaß machte. Außerdem wollte ich mich bedanken, solange dies noch möglich ist", gibt Austin zu verstehen. Sie seien ja alle nicht mehr im jugendlichen Alter. Der ebenfalls 73-jährige Ralph McTell zum Beispiel, dessen "Streets of London" nahezu unverwüstlich ist, kennt Austin seit alten Folk-Zeiten. Auch John Prine ("Hello In There" und "Sam Stone"), Gerry Rafferty ("Mary Skeffington" und "Her Father Didn’t Like Me Anyway"), John Martyn ("May You Never") oder Tom Paxton ("The Last Thing On My Mind") sind alles alte Weggefährten des aus dem nordenglischen Halifax stammenden Ray Austin. Jimmy Cliffs balladesker Reggae "Many Rivers to Cross" fällt etwas aus dem Rahmen, erweitert aber das Themen-Spektrum von "A Peace of Heaven" beträchtlich. Die musikalischen Facetten gehen weit über Country und Western hinaus; sie mischen sich mit Rock, Folk und Blues.

Mit diesen Facetten geht das seit einem Dutzend Jahren bestehende Austin Quintett versiert um. Kein Wunder, denn die Musiker "kennen sich schon ewig aus dem Folk-Club", den er 1970 in Freiburg ins Leben rief, erläutert Austin. Er selbst als Chef spielt die Rhythmus-Gitarre – nicht zu vergessen freilich sein eingangs erwähnter unnachahmlicher Gesang – während der Freiburger Kollege Niels Kaiser – "ein Weltklasse-Gitarrist", nennt ihn Austin – weitere Varianten des Instruments beherrscht. Ebenfalls Gitarre spielt Michael Zumstein. Doch mit Mandoline und Mundharmonika stellt er stets den Bezug zum Blues her. Aus dem Allgäu kommt Hubert Huber, der souverän den Bass bedient. Am Schlagzeug schließlich verschafft sich Vladi Kempf Gehör, ein Pole, der längst in der Schwarzwaldstadt Fuß gefasst hat, sich heimisch fühlt. Hinzu kommen drei oder vier weitere Musiker, die zusätzliche Klangfarben beisteuern mit Keyboards oder Akkordeon. Dies wird auch am Samstag in der Freiburger Wodan-Halle der Fall sein, wenn die CD erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Ray Austin & Friends: A Piece of Heaven (Wonderland Records/Rough Trade). Konzert: Samstag, 17. Februar, Freiburg, Wodanhalle, 20 Uhr.