Terrorverdacht

Mutmaßlicher islamistischer Terrorist in Freiburg festgenommen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. September 2018 um 14:59 Uhr

Freiburg

In Freiburg ist ein mutmaßlicher Terrorist festgenommen worden, der im Verdacht steht, einen Anschlag vorbereitet zu haben. Vier weitere Beschuldigte sind noch auf freiem Fuß.

In Freiburg ist ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen worden. Das gaben die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Der 29-Jährige soll außerdem der terroristischen Vereinigung "Junud al-Sham" angehören.

Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart habe demnach bereits Anfang September 2018 beim Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Stuttgart einen Haftbefehl gegen den deutschen Staatsangehörigen erwirkt. Am gestrigen Mittwoch, 12. September, sei der Beschuldigte in Freiburg festgenommen worden.

Ausbildung bei Aleppo

Der 29-jährige Beschuldigte sei dringend verdächtig, Mitglied von IS und "Junud al-Sham" zu sein und eine schwere staatsgefährdenden Gewalttat vorbereitet zu haben. An der Festnahmeaktion im Zuge von Durchsuchungen in Freiburg und im Raum Villingen-Schwenningen waren rund 40 Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Polizeipräsidiums Einsatz beteiligt.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen, heißt es in der Mitteilung weiter, verließ der Beschuldigte in der zweiten Novemberhälfte 2013 die Bundesrepublik Deutschland, um sich dem IS anzuschließen. Über die Türkei reiste er nach Syrien und hielt sich im Dezember 2013 und Januar 2014 mit anderen ausländischen Kämpfern in einem militärischen Ausbildungslager bei Aleppo auf. Dort habe er sich im Umgang mit Waffen ausbilden lassen.

Im Februar 2014 habe er sich der terroristischen Vereinigung "Junud al-Sham" angeschlossen und und sich als Kämpfer und möglicherweise als Sanitäter im Umfeld von Kämpfen in der Provinz Latakia zur Verfügung gestellt. Ende des ersten Halbjahres 2014 habe er Syrien verlassen und sei Anfang 2018 endgültig nach Deutschland zurückgekehrt. Der Beschuldigte wurde am 12. September 2018 dem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Stuttgart vorgeführt, der den Haftbefehl eröffnete und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.

Vier weitere Verdächtige – einer ist untergetaucht

Das Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart richtet sich darüber hinaus gegen vier weitere Männer im Alter von 25 bis 41 Jahren. Diese vier Beschuldigten befinden sich auf freiem Fuß.

Einem zur Tatzeit 28-Jährigen deutschen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, sich bereits im September 2013 in Syrien dem IS angeschlossen zu haben. Seit Sommer 2015 sei über seinen weiteren Verbleib nichts mehr bekannt geworden.

Den weiteren drei 25- bis 41-jährigen Beschuldigten aus dem Raum Villingen-Schwenningen und aus Norddeutschland wird die Unterstützung von IS und "Junud al-Sham" von Deutschland aus vorgeworfen. Sie sollen von Dezember 2013 bis zum Frühjahr 2014 dem damals 28-Jährigen und dem festgenommen en 29-Jährigen Geldbeträge zwischen 100 und 6000 Euro zur Verfügung gestellt haben.

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden zahlreiche elektronische Datenträger und schriftliche Aufzeichnungen sichergestellt. Die Beweismittel sind nun auszuwerten. Die Ermittlungen dauern an.