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16. Juni 2012 15:53 Uhr

Birmas Oppositionsführerin

Nach 21 Jahren: Suu Kyi bedankt sich für Nobelpreis

Sie wurde gefeiert wie zuvor bei den UN: Nach ihrer Dankesrede für den Friedensnobelpreis erhielt Suu Kyi tosenden Applaus. Doch die Politikerin machte deutlich: In Birma ist noch viel zu tun.

  1. Aung San Suu Kyi nach ihrer Rede Foto: dpa

Begeisterte Ovationen nachträglich: Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat am Samstag in Oslo die Dankesrede für den Friedensnobelpreis nachgeholt, der ihr 1991 verliehen wurde. "Die Nachricht, dass mir dieser Preis zuerkannt wurde, hörte ich eines Abends im Radio", erinnerte sich die 66-jährige zu Beginn ihrer Ansprache. "Damals hörte sich diese nicht real an, weil ich während meines Hausarrests nicht das Gefühl hatte, Teil der realen Welt zu sein." Die Anwesenden würdigen Suu Kyi nach der Rede mit langanhaltendem Applaus.

Die Politikerin betonte, viel wichtiger als ihre eigene Auszeichnung sei gewesen, dass dieser Preis die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Birma (Myanmar) gelenkt habe. "Es war ein Zeichen für uns, dass wir nicht vergessen werden." Sie glaube daran, dass demokratische Institutionen und Handlungsweisen nötig seien, um Menschenrechte zu garantieren.

Suu Kyi wies darauf hin, dass in ihrer Heimat immer noch Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen im Gefängnis gehalten werden. Jeder politischer Gefangene sei einer zu viel. Die von der Regierung unter Präsident Thein Sein initiierten Reformen könnten nur nachhaltig sein, wenn alle Kräfte des Landes auf kluge Weise zusammen arbeiteten. "Dazu gehören das Militär, die ethnischen Nationalitäten, die politischen Parteien, die Medien, die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Geschäftswelt und, am allerwichtigsten, die allgemeine Öffentlichkeit." Ihre Partei "Nationale Liga für Demokratie" und sie stünden bereit, sich am Prozess der nationalen Versöhnung zu beteiligen.

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Zuvor hatte der Vorsitzende des norwegischen Nobel-Komitees, Thorbjörn Jagland, Suu Kyi als "ein kostbares Geschenk für die Weltgemeinschaft" gewürdigt. Auch dankte er Birmas Oppositionsführerin für deren "Furchtlosigkeit und Stärke".

Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) würdigte Suu Kyis Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit. "Dank ihres Muts und ihrer Ausdauer hat Myanmar nun endlich den Weg der Veränderung und der Reformen eingeschlagen", schrieb Westerwelle laut Ministerium in einem Telegramm an die Politikerin. Sie sei eine Inspiration für die Menschen auf der ganzen Welt.

Suu Kyi ist die Tochter des auch heute noch verehrten und 1947 ermordeten Unabhängigkeitshelden General Aung San. Mit einigen Unterbrechungen hat sie insgesamt 15 der vergangenen 22 Jahre entweder in Hausarrest oder in Haft verbracht. "Suu Kyis Kampf ist eines der außergewöhnlichsten Beispiele für Zivilcourage in Asien in den vergangenen Jahrzehnten. Sie ist zu einem wichtigen Symbol im Kampf gegen Unterdrückung geworden", hatte das norwegische Nobel-Komitee 1991 seine Entscheidung begründet.

Vor Oslo war Birmas Oppositionsführerin in der Schweiz zu Gast, wo sie vor Delegierten der "Internationalen Arbeitsorganisation" (ILO) sprach und sich für deren Einsatz gegen die Zwangsarbeit in Birma bedankte. Weitere Stationen ihrer bis Ende Juni dauernden Europareise sind Dublin, Oxford, London und Paris.

Autor: kna