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28. Februar 2017

Herdern

Nach einem Jahrzehnt Planungen wird das Bauprojekt für die Pferdewiese konrekt

Investor Treubau hat jetzt eine Baugenehmigung für die völlig überarbeitete Planung von 16 Luxuswohnungen auf der Pferdewiese.

  1. So soll die Bebauung der Pferdewiese nach der neuesten Planung aussehen. Foto: Visualisierung: Treubau

HERDERN. Nach zehn Jahren Hin und Her und einer erneuten Verschiebung des anvisierten Baubeginns wird es beim Projekt Pferdewiese entlang der Sonnhalde jetzt endlich konkret: Der neue Investor Treubau hat die Pläne des vorigen Projektentwicklers komplett verändert und dafür nun seit Ende 2016 eine Baugenehmigung. Auf der Freiburger Immobilienmesse am vorvergangenen Wochenende wurde das Projekt erstmals öffentlich präsentiert. Im Sommer soll Baubeginn sein.

Seit rund zehn Jahren versuchte die Staufener Bau und Boden GmbH (SBB) die Pferdewiese in Herdern, ein 4800 Quadratmeter großes Grundstück in exquisiter Hanglage unterhalb der Straße Sonnhalde, zu bebauen. Als die SBB nach jahrelangem Ringen um eine genehmigungsfähige Bebauung – einen ersten Bauantrag hatte man im Rathaus als zu massiv abgelehnt, hinzu kamen Bürgerproteste, die in Unterschriftenlisten und zwei Landtagspetitionen mündeten – im März 2012 endlich eine Baugenehmigung erteilt bekam, ging das Projekt dennoch lange nicht voran; der Investor konnte keine einzige seiner geplanten neun Luxuswohnungen in insgesamt vier Häusern an den Mann bringen.

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Hauptgrund für die fehlende Resonanz war die Tatsache, dass die Wohnungseigentümer trotz immensen Kaufpreises noch zusätzlich einen Erbbauzins an die Grundstückseigentümerin, die Heiliggeistspitalstiftung, hätten zahlen müssen. Doch wer in diesen Preisklassen kauft, will auch das Grundstück besitzen. Da die Stiftung ihre Grundstücke laut Satzung nicht verkaufen darf, kam die Treubau ins Spiel: Sie konnte der Stiftung, anders als die SBB, ein adäquates Grundstück samt Neubau zum Tausch anbieten. Das Problem war gelöst. Die SBB hat ihr Geschäftsfeld nach dem Tod des Firmenchefs inzwischen verkleinert und sich aus Freiburg zurückgezogen.

Die Treubau AG hat das Bauprojekt mit neuem Architekten komplett überarbeitet, nicht nur die Gestaltung der Häuser, sondern auch das Parkkonzept. Statt oberirdischer Carports wird nun trotz aller Extrakosten eine Garage mit 24 Stellplätzen in den Hang gebaut. Da eine normale Zufahrt auf dem abschüssigen Grundstück – die Garage befindet sich rund zwölf Meter unter dem Straßenniveau – zu steil wäre, setzt man auf eine in Freiburg selten realisierte Variante: einen Autoaufzug. Mit dieser Art der Garagenzufahrt habe man in Merzhausen gute Erfahrungen gemacht – "es gab dort keine Reklamationen", sagt Treubau-Vorstand Bernd Rösch. "Wir haben uns wirklich intensiv mit der Tiefgarage befasst mit dem Ergebnis, dass wir jetzt alles Blech unter der Erde haben." Damit meint Rösch nicht nur die Parkplätze (1,5 pro Wohnung, die Vorgabe war 1,3), sondern auch alles andere: von den Radabstellplätzen bis zu den Mülltonnen.

Wer Luxuswohnungen kauft, will nicht noch Erbpacht zahlen

Dass die Tiefgaragenvariante das Projekt nicht gerade verbilligt, nimmt die Treubau AG in Kauf – sie glaubt, dass die neuen Pläne in Kombination mit dem neuen Angebot "Eigentum statt Erbpacht" wesentlich attraktiver sind. Auf der "Immo"-Messe am vorvergangenen Wochenende kündigte die Treubau das Projekt erstmals öffentlich an, ab Mai will sie konkret in die Vermarktungsphase eintreten, Baubeginn soll dann im Sommer sein. Die Rodungsarbeiten sind bereits erledigt. Alle vier Häuser werden gleichzeitig gebaut. Nach rund eineinhalb Jahren, Ende 2018 oder Anfang 2019, sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Zwischen 14 und 15 Millionen Euro investiert die Treubau in das Projekt.

Zur Neuplanung gehört auch, dass das Bauunternehmen aus neun Wohnungen 16 gemacht hat. Sie sind je nach Geschoss 112, 125 und 144 Quadratmeter groß, barrierefrei und kosten den Käufer zwischen 7000 und 8000 Euro pro Quadratmeter. Im Frühjahr 2016 hatte die Treubau noch mit Preisen zwischen 6500 und 7000 Euro kalkuliert, allerdings seien die Baupreise in maßgeblichen Gewerken in den vergangenen zwölf Monaten um vier bis fünf Prozent gestiegen, die Kosten für Erdbauarbeiten in den vergangenen zwei Jahren gar um zehn Prozent, sagt Rösch.

Innerhalb des Treubau-Portfolios sind die Pferdewiese-Wohnungen mit exklusiver Ausstattung und unverbautem Blick die teuersten Objekte, wobei in Freiburg inzwischen Luxusdomizile für mehr als 9000 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Sorgen wie die Stadtbau in Günterstal, ihren Luxuswohnraum nicht loszukriegen, hat die Treubau nicht. Die Nachfrage sei auch in diesem Preissegment in Freiburg gut, sagt Treubau-Co-Vorstand Christian Nopper.

Autor: Frank Zimmermann