Weil am Rhein

Nach Schüssen in einer Shisha-Bar hat sich ein 20-Jähriger gestellt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 11. Oktober 2018 um 09:37 Uhr

Weil am Rhein

Drei Wochen lang blieb die Festnahme aus ermittlungstaktischen Gründen geheim: Schon am Tag, nachdem ein Besucher in einer Shisha-Bar mit einer scharfen Waffe in die Decke gefeuert hatte, hat sich ein Verdächtiger gestellt. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Vor mehr als drei Wochen ist es in einer Shishabar in Weil am Rhein-Otterbach zu einer Schlägerei gekommen, in deren Verlauf auch mit einer scharfen Waffe Schüsse abgegeben wurden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft erst an diesem Mittwoch nun mitgeteilt haben, ist ein möglicher Tatverdächtiger bereits am Tag nach dem Vorfall festgenommen worden und sitzt mithin schon seit drei Wochen in Untersuchungshaft.

In der Nacht von Sonntag, 15., auf Montag, 16. September, war es in den frühen Morgenstunden in dem Otterbacher Lokal zu einer größeren handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf ein Besucher eine Waffe zog und mehrfach in die Decke schoss. In dem allgemeinen Tumult konnte er die Bar danach aber verlassen und vom Tatort flüchten.

Die Polizei bestätigte anderntags, dass es sich um eine scharfe Waffe gehandelt habe und dass mit ihr zwei Schüsse in die Decke des Lokals abgegeben worden seien. Mehr wollte der Polizeisprecher "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht sagen. So wurden auch in der Folge weitergehende Anfragen der BZ stets mit dem Hinweis beantwortet, am Sachstand habe sich noch nichts geändert und es werde demnächst eine gemeinsame Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft geben.

Schusswaffe bei Festnahme sichergestellt

Dass sich aber ein 20-jähriger Mann bereits am Tag nach dem Vorfall abends bei der Kriminalpolizei gemeldet hat und daraufhin festgenommen wurde, blieb bislang unerwähnt. Der Leitende Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering begründete dies am Mittwoch erneut mit ermittlungstaktischen Gründen: Wenn man im Zweifel sei, ob die Veröffentlichung den Ermittlungen schaden könne, kommuniziere man lieber nicht.

Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme wurde auch eine Schusswaffe sichergestellt. Ob es sich dabei um die Waffe handelt, mit der geschossen wurde, können Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht sagen, in der Pressemitteilung heißt es, es handle sich "möglicherweise um die Tatwaffe". Heering sagte dazu, dass solche Untersuchungen längere Zeit in Anspruch nähmen und eben nicht so schnell vorlägen, wie man das aus Fernsehkrimis gewohnt sei.

Laut Pressemitteilung hat man aber zwei weitere Schusswaffen sichergestellt sowie eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel. Außerdem hat es wohl auch eine Durchsuchung bei einer weiteren Person gegeben.