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08. März 2010 20:00 Uhr
Gewalt im Fußballstadien
Nach Überfall auf SC-Fans: Rostocker Polizei stellt Ermittlungen ein
"Fehlentwicklungen, die wir nicht wünschen": Die Fanbetreuer aller deutschen Profivereine warnen in einem gemeinsamen Appell vor zunehmender Gewalt in Fußballstadien. Unterdessen hat die Rostocker Polizei nach einem Überfall auf Freiburger Fans die Suche nach den Täter für beendet erklärt – ergebnislos.
Gewalt und Pyrotechnik in und um deutschen Stadien haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Zu diesem Ergebnis kamen die Fanbetreuer aller deutschen Profivereine bei ihrem Treffen am Montag in Bochum. In einer gemeinsamen Erklärung warnen die Fanbetreuer vor den Folgen dieser Entwicklung: Geisterspiele, eingeschränkter Ticketverkauf für Gästefans, Spürhunde bei der Einlasskontrolle.
Anlass des Treffens waren Vorfälle beim Bundesligaspiel VfL Bochum gegen 1.FC Nürnberg am 27. Februar. Ein bengalisches Feuer im Gästeblock verletzte damals zwei Fans des 1.FC Nürnberg schwer und sechs leicht. Das seien "Fehlentwicklungen, die wir nicht wünschen und die uns zunehmend Sorge bereiten", so die Fanbetreuer. Mit dem gemeinsamen Brief hoffe man, "die Fans in Deutschland zum Nachdenken anregen zu können", sagt Marc Schmid, der für den SC Freiburg am Treffen teilnahm.
Unterdessen hat die Rostocker Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine unbekannte Gruppe Vermummter eingestellt, die am 16. Februar 2009 Freiburger Fußballfans überfallen haben soll.
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Die Täter haben nach Angaben der Polizei etwa ein Dutzend 18- bis 22-jähriger SC-Fans beraubt, die mit dem Intercity zum Spiel Hansa Rostock gegen den SC Freiburg reisen wollten. Als der Zug am Bahnhof Bützow zum Stehen kam, stiegen die Täter in den Zug, steuerten gezielt Wagen sieben an, in dem die SC-Fans saßen und stahlen Rucksäcke, Wertsachen und EC- und Kreditkarten und verletzten einen Fan leicht.
Mehr als ein Jahr nach diesem Vorfall hat die Kriminalpolizei Rostock die Ermittlungen ergebnislos beendet. Es sei nicht möglich gewesen, den Kreis der Tatverdächtigen so zu verkleinern, dass sich daraus ein Verdacht gegen eine bestimmte Gruppe ergeben hätte, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock der Badischen Zeitung mit.
Über eine Handyortung ermittelte die Rostocker Polizei zunächst alle Mobiltelefon-Besitzer, die zur Tatzeit im Bereich Bützow angemeldet waren. Die Zahl sei allerdings zu groß gewesen und weitere Ermittlungen zu teuer und unsicher, um daraus die tatsächlichen Diebe ermitteln zu können, sagte der Sprecher. Auch der Verdacht gegen 15 als gewaltbereite geltende Hansa-Anhänger, die im selben Zug saßen, ließ sich nicht erhärten. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren mittlerweile eingestellt.
"Wir bedauern das", sagt der Fanbetreuer des SC Freiburg Marc Schmid. Innerhalb der Freiburger Fanszene gebe es ein großes Bedürfnis, zu wissen, dass die Täter gefasst sind. Nun kann nur noch ein Zufallsfund oder ein Geständnis der Polizei helfen. Schmid hat die Hoffnung dennoch noch nicht aufgegeben: "Wir hoffen, dass die Täter zu einem späteren Zeitpunkt noch gefasst werden."
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Autor: Christoph Ries
