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21. April 2017

1600 Häftlinge im Hungerstreik

Aufruf von Palästinenserführer.

JERUSALEM (gü/BZ). Am Montag sind weitere rund 1000 Palästinenser, die in israelischen Gefängnissen einsitzen, in den Hungerstreik getreten. Mittlerweile ist die Zahl der Insassen, die auf diese Weise gegen ihre Haftbedingungen demonstrieren, auf fast 1600 angewachsen. Der Aufruf zu diesem Protest kommt von Marwan Barghouti, dem ranghöchsten in Israel inhaftierten Fatah-Führer. Auch die palästinensische Autonomie-Regierung hat sich mittlerweile mit den Hungerstreikenden solidarisiert, ebenso Präsident Mahmud Abbas, allerdings ohne den Namen Barghouti zu erwähnen.

Von Beobachtern wird der von Barghouti initiierte Streik in Ramallah zugleich als eine Kampfansage an Abbas verstanden. Vordergründig geht es den Gefangenen zwar um bessere Haftbedingungen sowie um die Abschaffung der Präventivhaft ohne konkrete Anklage. Abbas kann gar nicht anders, also solche Forderungen zu unterstützen, wenn er nicht den Rest seiner schwindenden Popularität verspielen will. Doch Barghouti will bei alldem zugleich seinen Führungsanspruch unter Beweis stellen. Der 57-Jährige, der wegen seiner Verwicklungen in diverse Terroranschläge in Israel zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wird von manchen – in Anlehnung an den südafrikanischen Freiheitskämpfer – als "palästinensischer Mandela" gehandelt. In Umfragen ist er der einzige Fatah-Führer, dem bei Wahlen im Westjordanland und im Gazastreifen ein Sieg über die islamistische Hamas zugetraut wird.

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Autor: gü,dpa