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02. August 2012 00:02 Uhr
Syrien
Assad: Schicksal hängt an Aleppo
Nach langem Schweigen hat sich Syriens Staatschef Baschar al-Assad schriftlich zu Wort gemeldet. Der Diktator erklärte die Schlacht um Aleppo zur Schicksalsfrage Syriens und seiner eigenen Zukunft.
In der Schlacht um Aleppo scheinen die syrischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen ins Hintertreffen geraten zu sein. Sprecher der Freien Syrischen Armee (FSA) behaupteten gegenüber amerikanischen Journalisten, 70 Prozent der Drei-Millionen-Stadt zu kontrollieren. Innerhalb weniger Tage werde man Aleppo vollständig erobert haben.
Westliche Kriegsberichterstatter in Aleppo sehen die Rebellen im Aufwind. Beide Seiten hätten enorm hohe Verluste hinnehmen müssen. Zur Unterstützung der ins Hintertreffen geratenen Bodentruppen setzte das Assad-Regime Kampfflugzeuge und Helikopter ein.
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Bei ihrem Eroberungszug durch Aleppo haben die Rebellen offenbar auch eine Reihe von Gräueltaten begangen – und stolz dokumentiert. Auf einem Video auf Youtube sieht man, wie vier mutmaßliche Milizionäre in Unterwäsche vor eine Hauswand gestellt und erschossen werden. Über 30 Sekunden anhaltendes Gewehrfeuer ist zu hören. Die begeisterten Schaulustigen skandieren "Gott ist groß". Selbst auf die toten Assad-Leute wird geschossen. Ein FSA-Sprecher versuchte, die Hinrichtung mit Gräueltaten der sunnitischen Berri-Beduinen zu rechtfertigen. Diese kündigten in einer Erklärung an, mit 40 000 Stammeskämpfern die syrische Armee in Aleppo zu unterstützen.
Derweil hat auch das brutale Vorgehen der syrischen Machthaber gegen Oppositionelle nach Einschätzung von Amnesty International einen Höhepunkt erreicht. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervor, der auf Recherchen der Menschenrechtsorganisation von Ende Mai in Aleppo basiert. Der Report dokumentiert, wie Regierungstruppen und die regimetreue Schabiha-Miliz Protestierende verletzen und töten.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schickt Nahrungsmittel nach Aleppo. Die Hilfe für 28 000 Menschen solle in den kommenden Tagen verteilt werden, gab die UN-Organisation in Damaskus bekannt.
Autor: Michael Wrase und unseren Agenturen



