Auch die Bauern stellen sich gegen Macron

dpa

Von dpa

Do, 06. Dezember 2018

Ausland

Proteste in Frankreich.

PARIS (dpa). Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, die in Frankreich in den vergangenen Wochen gewalttätige Proteste ausgelöst haben, für das gesamte Jahr 2019 ausgesetzt. Zuvor hatte er nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende politische und gewerkschaftliche Kräfte sowie Arbeitgeber aufgefordert, einen "deutlichen und expliziten Aufruf zur Ruhe" zu verbreiten. Das sagte Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung.

Am kommenden Wochenende werden neue Ausschreitungen befürchtet. Ein Wortführer der Protestbewegung "Gelbe Westen" hatte am Dienstag dem Sender BFMTV gesagt, es solle weiter demonstriert werden, solange es keine wirkliche Wende gebe.

Regierungssprecher Griveaux erklärte, der Präsident habe weiter gesagt, dass einige das Ziel verfolgten, die Republik anzugreifen. Wer diese Angreifer sind, sagte Griveaux nicht. Macron habe auch den Opportunismus der Menschen verurteilt, die sich an einem solchen Verhalten beteiligten oder dazu schwiegen.

Kommende Woche wollen auch die Landwirte demonstrieren. Das kündigte die Bauerngewerkschaft FNSEA an, so die französische Nachrichtenagentur AFP. Ein Grund für die Wut der Bauern sei "Agri-Bashing" – also pauschale Angriffe auf den Berufsstand der Bauern, so die Vorsitzende Christine Lambert. Die Bauen fühlten sich "gedemütigt". Auch das geplante Verbot des Unkrautgifts Glyphosat ärgere die Bauern.