Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. September 2009

Afghanistan

Chronologie: Todesnacht bei Kundus

3. September: Die Bundeswehr lässt einen von Taliban errichteten illegalen Kontrollpunkt sieben Kilometer vom deutschen Camp entfernt beobachten. In der Nacht bringen Taliban dort zwei beladene Tanklastzüge in ihre Gewalt und töten die Fahrer. Der deutsche Kommandeur, Oberst Georg Klein, fordert einen amerikanischen B-1B-Bomber an, um nach den Tanklastern zu suchen.

4. September, 1.50 Uhr (Ortszeit): Bei Durchquerung des Flusses Kundus, sechs Kilometer vom deutschen Lager entfernt bleiben die Taliban in einer Sandbank stecken. Der Bomber entdeckt die Tanklaster frühmorgens dort. Die Crew kann Panzerfäuste und andere Waffen bei einigen der umstehenden Menschen ausmachen.

2.20 Uhr: 30 Minuten später erscheinen zwei angeforderte Kampfjets vom Typ F-15E und übertragen Livebilder ins deutsche Kommandozentrum. Zugleich versichert ein Informant telefonisch, dass es sich bei allen Umstehenden um Taliban handele. Auf den Luftaufklärungsbildern sind etwa 100 Menschen rund um die Laster zu sehen. Taliban haben in der Zwischenzeit Dorfbewohner gezwungen, beim Bergen der Laster zu helfen, zudem sollen Zivilisten zu dem Ort geeilt sein, um Benzin abzuzapfen.

Werbung


2.30 Uhr: Kommandeur Klein gibt den Befehl zum Luftschlag.

2.32 Uhr: Ein von der Bundeswehr angefordertes US-Flugzeug bombardiert die Laster mit jeweils einer 500-Pfund-Bombe. Auf dem Bildschirmen der Kommandozentrale ist eine Explosionswolke zu sehen. Einige kleine schwarze Punkte, die wenigen Überlebenden, sind zu sehen. Es ist zu erkennen, wie sie sich von der Stelle wegschleppen.

08.30 Uhr: Die Bundeswehr veröffentlicht auf ihrer Internetseite eine Erklärung: "Erfolgreicher Einsatz gegen Aufständische im Raum Kundus".

Vormittags: Die Deutschen schicken entgegen der Direktive des Isaf-Kommandeurs McChrystal nicht sofort ein Erkundungsteam vor Ort, sondern warten bis zum Morgen. Auch dann schicken sie nur ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug, das Fotos macht. Das Berliner Verteidigungsministerium betont, dass deutsche Soldaten auf dem Weg zu dem Ort von Aufständischen angegriffen worden seien.

12.30 Uhr: Die ersten deutschen Soldaten treffen am Ort des Geschehens ein und beginnen mit einer Untersuchung. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Leichen schon weggebracht.

13.09 Uhr: Die Soldaten werden von Aufständischen beschossen, erwidern das Feuer und setzen laut Bundeswehr ihren Auftrag fort.

Autor: dpa